Prinz GeorgePaparazzo versteckt sich für Foto in Kofferraum
Die Geduld von Prinz William und seiner Frau Kate ist am Ende: In einem offenen Brief forderten sie die Fotografen auf, die Privatsphäre von Prinz George zu respektieren.

Wird bereits als Zweijähriger von den Fotografen verfolgt: Prinz George schaut zu seiner Schwester in den Kinderwagen. (5. Juli 2015)
Sie verstecken sich hinter Dünen, jagen jedem Wagen hinterher, der die Anwesen der britischen Königsfamilie verlässt, locken mit anderen Kindern und schrecken selbst vor einem stundenlangen Aufenthalt im Kofferraum nicht zurück – und das alles nur, um ein Exklusiv-Foto von Prinz George zu ergattern.
Schon mehrfach hatten dessen Eltern höflich um Zurückhaltung gebeten, nun scheint ihre Geduld am Ende. In einem ungewöhnlich scharfen Schreiben an die Medien weltweit forderten Prinz William und seine Frau Kate am Freitag zum Boykott der Paparazzi-Aufnahmen auf.
Grenzen überschritten
Die Grenzen seien überschritten, erklärte der Sprecher des Kensington Palasts, Jason Knauf, in dem offenen Brief. Er warnte, die Taktiken der Paparazzi gefährdeten die Sicherheit des zweijährigen Prinzen. George sei inzwischen Lieblingsziel der Fotografen, die mit zunehmend fragwürdigeren und «besorgniserregenden Taktiken» versuchten, einen Schnappschuss zu bekommen. Als Beispiel nannte Knauf den Fall eines Fotografen, der sich vergangene Woche in der Nähe eines Spielplatzes im Kofferraum seines Wagens versteckt hatte – ausgestattet mit besonders grossem Teleobjektiv und Proviant für einen Tag.
In einem anderen Fall versteckte sich ein Fotograf in Sanddünen, um George beim Spielen am Strand mit seiner Grossmutter aufzunehmen. William und seine Frau seien nun in grosser Sorge, ob es ihnen gelingen werde, ihren Kinder eine sorglose Kindheit ohne konstante «Belästigung und Überwachung» zu ermöglichen, erklärte ihr Sprecher. Die Leser seien sich nicht bewusst, unter welchen «unannehmbaren Umständen» die «oftmals niedlichen Aufnahmen» zustande gekommen seien. In dem Schreiben warnte Knauf weiter, das Paar behalte sich im Einzelfall auch gerichtliche Schritte vor.
Bereits im Mai hatten William und Kate durch die Polizei einen Brief an Paparazzi verteilen lassen, die mit riesigen Teleobjektiven vor ihrer Privatresidenz Anmer Hall in der ostenglischen Grafschaft Norfolk auf einen Schnappschuss warteten. Darin baten sie um die Achtung ihrer Privatsphäre.
Handvoll Medien betroffen
Prinz George haben sie bislang erfolgreich von den Paparazzi abgeschirmt. Von dem süssen Blondschopf gibt es nur wenige Fotos, die entweder vom Königspalast selbst veröffentlicht wurden oder bei seinen seltenen öffentlichen Auftritten gemacht werden durften.
Die britischen Medien respektieren in der Regel die Privatsphäre der Kinder. Laut dem offenen Brief betrifft das Problem der heimlichen Fotos nur etwa eine Handvoll Medien weltweit. (chk/afp)