Stärke 6,5Neun Tote bei Erdbeben in Japan
Ein Erdbeben der Stärke 6,5 hat die südjapanische Insel Kyushu heimgesucht. Neun Menschen starben, Dutzende wurden verletzt.
Die Kameras des japanischen Senders NHK filmten den Moment als das zweite Beben der Stärke 6,4 die Stadt Kumamoto am frühen Freitag Morgen erschütterte.
Ein Erdbeben der Stärke 6,5 hat auf der südwestlichen japanischen Insel Kyushu mindestens neun Menschen in den Tod gerissen und 45 verletzt. Häuser stürzten ein, Strassen wurden aufgerissen, Strom- und Wasserleitungen beschädigt, teilten Sprecher der Katastrophenschutzbehörde der Präfektur Kumamoto mit.
Nach Angaben des Kumamoto-Krankenhauses des japanischen Roten Kreuzes erlitten fünf der 45 Menschen bei ihm eingelieferten Menschen schwere Verletzungen. Die Gefahr eines Tsunamis bestand nicht.
Atomkraftwerke nicht betroffen
Kabinettssekretär Yoshihide Suga teilte mit, an nahegelegenen Atomanlagen seien zunächst keine Unregelmässigkeiten festgestellt worden. Das Epizentrum des Bebens lag 120 Kilometer nordöstlich der Atomanlage Sendai, der einzigen in Japan, die in Betrieb ist.
Im März 2011 hatte ein Beben der Stärke 9,0 eine gigantische Flutwelle ausgelöst, die in mehreren Reaktoren des nahe der Küste gebauten Kernkraftwerks Fukushima zur Kernschmelze führte. Vermutlich mehr als 18'000 Menschen kamen damals um.
Suga zufolge stürzten mindestens 19 Häuser ein. «Wegen der nächtlichen Dunkelheit ist das Ausmass der Schäden noch unklar», sagte er. Wie ein Polizeibeamter mitteilte, gab es Berichte über möglicherweise in zusammengefallenen Häusern eingeschlossene Menschen.
Der Sender NHK zeigte das Rathaus der Stadt Mashiki im Dunkeln, nachdem dort der Strom ausgefallen war. In anderen Aufnahmen waren Trümmer auf der Strasse und kaputte Fenster zu sehen. An eigenen Orten brach Feuer aus.
Es gab mehrere Nachbeben. Das grösste davon hatte laut meteorologischer Behörde eine vorläufige Stärke von 6,4. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die vorläufige Stärke des ersten Erdbebens mit 6,2 an.
Japan liegt auf dem sogenannten pazifischen Feuerring, auf dem es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen kommt. (nag/sda)