Mastbetrieb«Die Tiere drehen durch, beissen sich»
Niemals frische Luft atmen, monatelang im überfüllten Käfig auf den Tod warten: Ein 360-Grad-Video zeigt, wie Schweine in einem Mastbetrieb leben.
Die Tierschutzorganisation Animal Equality bietet erstmals in einem 360-Grad-Video einen Einblick in das Leben eines Schweins — von der Geburt bis zum Tod. Doch wer meint, er bekommt ein süsses Tiervideo zu sehen, irrt: Die Aufnahmen zeigen den Alltag der Schweine in der Nutztierindustrie. (Links zum Video gibts in der Infobox.)
«Du bist hinter Gittern. Du wurdest in einem Käfig in den Exkrementen deiner Mutter geboren», erklärt Rapper Thomas D von den Fantastischen Vier. Er war von dem Projekt von Animal Equality so angetan, dass er in dem Video als Sprecher fungiert.
Ein kurzes, qualvolles Leben
Ferkel, die für die Zucht nicht geeignet sind, landen in einem Mastbetrieb. «Du wirst niemals frische Luft atmen, niemals warme Sonnenstrahlen spüren.» Die Tiere werden fünf Monate in engen, überfüllten Käfigen verbringen. «Einige Tiere drehen durch, sie beissen und verletzen sich gegenseitig», sagt Sprecher Thomas D.
Ein weiterer Videoausschnitt zeigt Mitarbeiter eines Schlachthauses, wie sie die Mastschweine per Elektroschock betäuben, bevor sie sie kopfüber an Haken aufhängen. Dann wird den Tieren die Kehle durchgeschnitten. Der Boden ist rot gestrichen, damit die riesigen Blutlachen nicht zu erkennen sind.
Die Tiere zappeln — minutenlang. Eines von ihnen löst sich vom Haken und fällt kreischend zu Boden. Blut klatscht gegen die Fliessen an der Wand. Ein Schlachthaus-Angestellter schafft das Tier weg, ein anderer spritzt die Flecken mit einem Wasserschlauch ab. Die Aufnahmen entstanden laut Animal Equality in den vergangenen 18 Monaten in Deutschland, Spanien, Italien, Grossbritannien und Mexiko.
So gehts
PC können Sie das Video auf der Youtube-Seite von Animal Equality betrachten und mit der Maus den Blickwinkel verändern (rechte Maustaste gedrückt halten und Mauszeiger im Video herumbewegen).
Smartphone schauen Sie das Video in der Youtube-App (Links unten). Bewegen Sie dann das Handy, ändert sich auch der Blickwinkel. Wer ein Android-Smartphone nutzt und eine Google-Cardboard-Brille besitzt, kann sogar das volle VR-Erlebnis nutzen. Dafür muss im Kontext-Menü des Youtube-Videos (die drei Punkte rechts oben) der Eintrag «Cardboard» angeklickt werden, worauf das Video geteilt wird (Splitscreen).
Hier gehts zum Video (öffnet in der Youtube-App)
mobilen Website von 20 Minuten: Hier gehts zum Video (öffnet in der Youtube-App)