Schweizer abgezockt – Taxifahrer entlassen

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BangkokSchweizer abgezockt – Taxifahrer entlassen

Für die Fahrt vom Flughafen ins Hotel hat ein Taxifahrer in Bangkok von zwei Schweizern deutlich zu viel verlangt. Obwohl er das Geld zurückgab, ist er seinen Job los.

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Zwei Schweizer Kadermitarbeiter einer Firma mit Sitz in Zug sind am Montag geschäftlich in die thailändische Hauptstadt Bangkok geflogen. Dort angekommen, nahmen sie ein Taxi, das sie vom Flughafen Suvarnabhumi zum W Hotel in der Sathorn Tai Road bringen sollte – eine Fahrt von rund 30 Minuten, die normalerweise umgerechnet etwa 16 Franken kostet.

Doch der Taxameter blieb während der Fahrt aus, berichten thailändische Medien. Am Ziel verlangte der Fahrer dann 6000 Baht (rund 165 Franken) von den Schweizern. Da diese keine Probleme wollten, zahlten sie den Betrag. Verärgert waren sie trotzdem.

Fahrer gibt Geld zurück

Krit Karnchanabatr, ein thailändischer Geschäftspartner der beiden, meldete den Fall schliesslich der Touristenpolizei, die sich allerdings zunächst weigerte, einzugreifen. Also suchte Karnchanabatr anderweitig Hilfe, so unter anderem beim Flughafen.

Auch die Hotelangestellten wurden um Unterstützung gebeten. «Wir waren alle empört, dass unsere Gäste auf diese Art in unserem Land willkommen geheissen werden», schrieb der Geschäftsmann auf seiner Facebook-Seite. Die Schweizer seien zum ersten Mal in Thailand.

Die Hotelmitarbeiter zeigten sich schliesslich hilfsbereit und konnten das Taxi anhand der von der Überwachungskamera erfassten Lizenznummer ausfindig machen. Sie drohten dem Fahrer mit der Polizei, worauf er knapp 150 Franken wieder herausrückte. Doch Karnchanabatr war nach wie vor enttäuscht über das Verhalten des Mannes. Die Geschichte veröffentlichte er deshalb auf Facebook.

Busse für den Fahrer, Belohnung für Hotelmitarbeiter

Als lokale Medien davon Wind bekamen, wurde schliesslich auch die Polizei aktiv. Bei der Befragung gab der Taxifahrer an, er habe mit den Schweizern einen Pauschalpreis von 600 Baht (rund 16 Franken) ausgemacht. Als sie ihm 6000 gaben, habe er angenommen, es handle sich um ein grosszügiges Trinkgeld.

Doch die Behörden glaubten dem Mann offenbar nicht. Obwohl er das Geld zurückgegeben hatte, wurde der Taxifahrer zu einer Busse von umgerechnet rund 83 Franken verdonnert. Seinen Job ist er auch los: Wegen der versuchten Abzocke wurde dem Mann kurz darauf die Lizenz entzogen. Wie die Medien berichten, ist es nicht das erste Mal, dass der Fahrer wegen Betrugsversuchen aufgefallen ist.

Die Hotelmitarbeiter erhielten für ihre Hilfsbereitschaft eine Belohnung von umgerechnet rund 30 Franken. Der Flughafen entschuldigte sich für den Vorfall und versicherte, dass die beiden Schweizer den Flieger zurück in die Schweiz wohlbehütet besteigen werden.

Dreiste Taxifahrer in aller Welt

Es ist nicht das erste Mal, dass Schweizer im Ausland von Taxifahrern über den Tisch gezogen werden. In Hongkong zahlte ein junger Schweizer Tourist im Oktober 2015 für eine Fahrt, die üblicherweise rund 30 bis 40 Franken kostet, satte 1000 Franken. Obwohl der Mann nicht darauf bestand, wollte die Polizei den Fall damals weiterverfolgen. Denn der Wucherpreis war rekordverdächtig.

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