Marines erklären Googles Roboter für untauglich

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Starker TrampelMarines erklären Googles Roboter für untauglich

Lasten können die Roboter tragen, doch an der Front sind sie unbrauchbar. Deshalb bleiben sie vorderhand im Stall.

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Ein Marine-Soldat testet einen LS3-Lastroboter in unwegsamen Gelände aus (2014). (Quelle: YouTube/AiirSource Military)

Forschungsmässig ist Boston Dynamics seit langem an der Front. Die zur Google-Muttergesellschaft Alphabet gehörende Roboterschmiede in Massachusetts entwickelt vierbeinige Vehikel, die fast unheimlich an Tiere erinnern. Das Pentagon zahlte der Firma für die entsprechenden Forschungsprogramme insgesamt über 42 Millionen Dollar.

Doch an die Front im Krieg kommen die mechanischen Vierbeiner nicht, schreibt military.com. Zwei Modelle wurden in Tests für untauglich befunden.

Mechanischer Maulesel

Das grössere der beiden erhielt vom Militär den Namen «Legged Squad Support System» (LS3 - Truppen-Supportsystem auf Beinen). Es sieht mit seinem fassartigen Rumpf aus wie ein vollgepacktes Maultier, und wie das echte Tier kann es über 200 Kilogramm an Lasten tragen. Treu wie ein gigantischer Hund trottet das LS3 dem Soldaten an einer elektronischen Leine hinterher.

Die Marines-Elitetruppen waren 2012 voller Erwartungen für den LS3. Wie das «Beast of Burden» (Lasttier) im Songtitel der Rolling Stones würde der Tragroboter die Rücken der Marines entlasten, war die Hoffnung. Doch Feldtests zwei Jahre später enthüllten den entscheidenden Nachteil: das an einen Rasenmäher erinnernde Motorengeräusch des LS3. Mike Olson, der Sprecher des Pentagon-Kriegslabors, sagt: «Die Marines sahen in ihm einen lauten Roboter, der ihren Standort verrät.»

Der unselbständige Spot

Eine letzte Tranche des Pentagon-Gelds verwendete Boston Dynamics für Spot, ein kleineres, elektrisch getriebenes Modell. Der viel leisere Spot kann aber nur zwanzig Kilo Gewicht tragen, nicht einmal die Hälfte dessen, was ein typischer Marine-Rucksack wiegt:

(Quelle: YouTube/Boston Dynamics)

«Ich sehe Spot eher als Erkundungsgerät auf dem Boden», sagt deshalb Hauptmann James Pineiro vom Kriegslabor. Doch in seiner gegenwärtigen Version sei Spot dafür nicht geeignet, denn anders als LS3 könne er sich nicht autonom bewegen. «Er braucht für alles einen Controller.»

Da kein zusätzliches Geld gesprochen ist, kommen die beiden mechanischen Tiere daher vorderhand in den Stall. Ausser wenn sie für Firmenwerbung verwendet werden - wie in den drei Spots, in denen im untenstehenden «Jingle Bells»-Video Robo-Rentiere für Boston Dynamics «Happy Holidays» wünschen.

Boston Dynamics' unheimlicher Weihnachtsgruss:

(Quelle: YouTube/Boston Dynamics)

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