Eltern wollten Amokläufer stoppen

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Bluttat in Santa BarbaraEltern wollten Amokläufer stoppen

Hollywood-Regisseur Peter Rodger und seine Frau wussten von den Plänen ihres Sohnes und wollten ihn stoppen. Doch auf dem Weg hörten sie bereits Radioberichte über den Amoklauf.

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Das 140-seitige «Manifest», in dem er seine Pläne enthüllte, schickte der Todesschütze Elliot Rodger auch an seine Mutter und seinen Vater, der unter anderem als Regieassistent am Film «Die Tribute von Panem» («The Hunger Games») mitgearbeitet hatte. Laut Berichten des Senders CNN informierte die Mutter daraufhin die Polizei und fuhr mit ihrem Mann sofort nach Isla Vista, um ihren Sohn von der Bluttat abzuhalten.

Auf dem Weg dorthin hätten die beiden aber bereits Radioberichte über Schüsse gehört.

Der 22-jährige Student hatte am Freitag in der kalifornischen Universitätsstadt Santa Barbara sechs Menschen getötet und etliche weitere verletzt. Offenbar, weil er sich von Mädchen zurückgewiesen und einsam fühlte. Nach Schusswechseln mit der Polizei wurde Rodger mit einer Wunde am Kopf tot in seinem Fahrzeug aufgefunden.

«Alle Frauen zu Tode hungern lassen»

In seinem Manifest beschreibt der Amokläufer, wie eine perfekte Gesellschaft in seiner Vorstellung aussehen würde. Dort wäre er ein «göttlicher Herrscher», der alle Frauen «in Konzentrationslagern zu Tode hungern lassen» würde.

Gemäss der Abschrift glaubte der 22-Jährige, dass Frauen «wie Tiere denken» und «nicht das Recht haben, sich auszusuchen, mit wem sie sich paaren und fortpflanzen». Für ihn war das «ultimative Böse hinter der menschlichen Sexualität weiblich».

Weiter erklärte Rodger, dass er die Leere in seinem Leben schon als Junge mit Gewalt-Videospielen zu füllen versucht habe.

Hätte der Amok verhindert werden können?

Wenige Wochen vor Elliot Rodgers Amoklauf erhielt dieser Besuch von der Polizei, die von einer psychiatrischen Klinik über den jungen Mann informiert worden war. Ein besorgter Angehöriger des 22-Jährigen hatte Alarm geschlagen, nachdem er in Online-Netzwerken Einträge von Rodger über Mord und Suizid entdeckt hatte.

Doch Rodger konnte die Beamten täuschen. «Er war redegewandt, höflich und schüchtern», erklärte Sheriff Bill Brown den Medien. Die Polizisten zogen unverrichteter Dinge wieder ab. Rodger nahm alle verfänglichen Einträge von seinen Profilen auf sozialen Netzwerken – und erschoss am 22. Mai sechs Menschen aus Frust über die Frauen. (kmo)

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