Wacholder-SterbenPilzkrankheit bedroht die Gin-Produktion
In den letzten 50 Jahren sind die Wacholderbestände in Grossbritannien immer mehr zurückgegangen. Nun werden sie auch noch von einem tödlichen Pilz bedroht.
Wacholder ist die Pflanze, die dem Gin seinen unverkennbaren Charakter verleiht. Laut einer Studie der britischen Pflanzenschutz-Organisation Plantlife, auf die sich BBC beruft, befindet sich die Population der Pflanze jetzt in einem «kritischen Zustand». Grund dafür ist ein Pilz namens Phytophthora austrocedrae, der die Bestände, die in den letzten 50 Jahren ohnehin stark zurückgegangen sind, weiter minimiert.
Der Pilz bewirkt, dass die zum Teil über 100-jährigen Pflanzen keine Samen mehr produzieren können. Laut der Studie ist das Auftreten von Phytophthora austrocedrae bisher nur in Grossbritannien und Argentinien bekannt. Die befallenen Sträucher wechseln ihre Farbe von grün zu braun. Die Studie hält fest, dass bereits 63 Prozent der in Schottland erfassten Sträucher braune Flecken aufweisen.
Die Rettung des Wacholder
Deborah Long von Plantlife betont, wie wichtig die Zusammenarbeit mit freiwilligen Helfern aus der Bevölkerung ist, die ihre Beobachtungen an den Pflanzenbeständen melden. Dies erleichtere die Suche nach Lösungen, wie der Wacholder resistenter gegenüber der Bedrohung gemacht werden könne. «Wir müssen sicherstellen, dass der Wacholder eine Zukunft hat», sagt sie.
Der schottische Politiker Murdo Fraser sieht im Wacholder gar «eine der symbolhaftesten Pflanzen» seines Landes. Die Studie von Plantlife nennt er «einen Weckruf für uns alle, um den Wacholder zu retten.»