Experten beunruhigtMachen Energiesparlampen blind?
Ein britischer Augenspezialist warnt vor Energiesparlampen. Die Lampen können blind machen, sagt er. Deshalb kaufte er alte Glühbirnen gleich massenhaft ein.

Laut britischen Professoren geben Energiesparlampen gefährliche ultraviolette Strahlen ab.
Der Engländer John Marshall hat in den vergangenen Jahren so viele alte Glühbirnen gekauft, dass der Vorrat bis an sein Lebensende reichen wird. Marshall ist kein Sammler oder Spinner, sondern Professor für Augenheilkunde am Londoner Institut für Ophthalmologie. «Ich habe Glühbirnen gehortet, bevor sie von der Regierung verboten wurden», sagt Marshall in der «Daily Mail». Der Engländer glaubt, dass die Energiesparlampen blind machen können.
Denn im Gegensatz zu den alten Glühbirnen geben die Energiesparlampen ultraviolettes Licht ab. Der Professor befürchtet, dass diese Strahlen in hohen Dosen gefährlich sein können. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass sie das menschliche Auge sowie die Haut beschädigen könnten.
Schädigt die Retina
Marshall erklärt: «Das Licht entsteht durch ein Spektrum von verschieden farbigen Strahlen, die unterschiedliche Wellenlängen haben. Je kürzer die Wellen, desto mehr Energie haben sie.» Energiesparlampen gäben solche kurzen Wellen ab, die ultraviolettes Licht produzierten. Dies sei genauso wie das ultraviolette Licht der Sonne schädlich. «Alle fünf Tage wird die oberste Hautschicht durch eine neue ersetzt. Aber die Retina, also die Rückwand des Auges, bleibt für immer dieselbe.»
Marshall warnt davor, dass das ultraviolette Licht der Energiesparlampen unter anderen zu grauem Star führen kann. «In einem Land mit viel ultraviolettem Licht altern die Augen schneller», sagt Marshall.
Aber nicht nur die Augen nehmen angeblich durch die Energiesparlampen schaden, sondern auch die Haut. Davor warnt Professor John Hawk, pensionierter Leiter der Abteilung Photobiologie am St. John Institut für Dermatologie. «Es gibt deutliche Hinweise, dass die Strahlen der Energiesparlampen der Haut Schäden zufügen, sollten sieihnen nah und lang genug ausgesetzt sein», sagt Hawk. Zudem können die Strahlen über die Jahre die Haut schneller altern lassen und Migräne auslösen.
BAG rät zu Abstand
Beim Gesundheitsministerium der EU hat man von den Gefahren Kenntnis – und relativiert sie. Zu Schäden an Haut und Augen könne es nur kommen, wenn der Abstand zur Lichtquelle weniger als 20 Zentimeter betrage. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) will zu den einzelnen Risiken nicht konkret Stellung nehmen. Stattdessen sendet es ein Infoblatt, auf dem vermerkt ist: «Halten Sie an lang besetzten Ruhe-, Aufenthalts- oder Arbeitsplätzen einen Abstand von 30 cm zu Energiesparlampen ein, um die Belastung durch UV-Strahlung und elektrische Felder klein zu halten.»
Ausserdem enthielten Energiesparlampen eine geringe Menge an Quecksilber. Sollte eine Lampe zu Bruch gehen, sei es ratsam, die Bruchstücke mit Hilfe eines Klebebandes aufzunehmen und bei einer Verkaufsstelle zu entsorgen. Eine Gefahr für die Gesundheit bestehe auf Grund der kleinen Quecksilbermenge jedoch nicht.