Schwer misshandeltMutter liess Tochter (16) auf 10 Kilo abmagern
In Chicago verwehrte eine Mutter ihrer 16-jährigen gelähmten Tochter das Essen - bis das Mädchen nur noch 10 Kilo wog. Nun hat ein Gericht die Frau verurteilt.

Die 16-jährige Darlene Armstrong war nur noch Haut und Knochen, als man sie im März 2012 ins Spital brachte. (Screenshot: Daily Mail)
Über den Fall Darlene Armstrong wurde im März erstmals berichtet. Damals hatte die Zeitung «The Chicago Tribune» die Geschichte des Mädchens öffentlich gemacht: Die 16-Jährige, die an Kinderlähmung leidet, war von einem Sozialarbeiter im Haus ihrer Mutter gefunden worden. Sie lag im Bett und konnte nicht einmal sprechen. Sie wog knapp 10 Kilo, was dem üblichen Gewicht eines zweijährigen Mädchens entspricht.
Darlene Armstrong wurde sofort in ein Spital in Chicago gebracht, ihre Mutter Rosetta Harris festgenommen. Jetzt, vier Monate später, wurde die 50-jährige Harris zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Wie die britische Zeitung «Daily Mail» berichtet, wird sie zudem gezwungen, einen Erziehungskurs zu besuchen. Doch im Fall Darlene Armstrong gilt nicht nur die Mutter als Schuldige, das ganze Sozialwesen scheint kläglich versagt zu haben.
Sozialdienste haben geschlampt
Offenbar haben in diesem Fall die Sozialdienste geschlampt. So kam im Laufe der Ermittlungen heraus, dass der Sozialarbeiter, der die Familie regelmässig besuchen sollte, das Mädchen nie zu sehen bekam. Die Mutter erklärte stets, die Tochter richtig mit Reis, Fleisch, Poulet und Eiern zu ernähren. Der Mitarbeiter gab sich mit dieser Auskunft zufrieden.
Erst eine anonyme Anzeige im vergangenen November liess die Behörden stutzig werden: Die Person behauptete, dass Darlene Armstrong «lange Hungerphasen» durchmachen müsse und dass sie «seit Jahren keinen Arzt gesehen» habe. Als man die Berichte des Sozialarbeiters hervorholen wollte, wurde klar: Es gab keine, der Angestellte hatte Darlene weder gesehen noch darüber berichtet. Erst ein Besuch, bei dem die Mutter aufgefordert wurde, den Behörden Zugang zu ihrem Kind zu gewähren, brachte Licht ins Dunkel.