Radikaler UmweltschützerPaul Watson in Frankfurt verhaftet
Der Gründer von Sea Shepherd ist für seine spektakulären Umweltaktionen berüchtigt. Aufgrund eines Haftbefehls aus Costa Rica wurde er nun am Frankfurter Flughafen festgenommen.
Paul Watson, Gründer und Chef der militante Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, ist am Sonntag auf dem Weg nach Frankreich beim Umsteigen am Flughafen Frankfurt am Main festgenommen worden. Anlass für die Festnahme sei ein Haftbefehl aus Costa Rica, teilte die Präsidentin von Sea Sheperd in Frankreich, Lamya Essemlali, laut AFP mit.
Der Haftbefehl aus Costa Rica gegen Watson, der die kanadische und die US-Staatsbürgerschaft besitzt, geht offenbar auf eine Aktion aus dem Jahr 2002 zurück, als die Gruppe auf die brutale Jagd auf Haie aufmerksam machte. Konkret geht es um eine angebliche Verletzung des Seeverkehrsrechts in Costa Rica während der Dreharbeiten des Films «Sharkwater», heisst es auf der deutschen Internet-Seite der Organisation.
Umweltexperten zufolge werden jährlich etwa 73 Millionen Haie getötet. Viele von ihnen müssen wegen ihrer begehrten Flossen sterben, die unter anderem in der chinesischen Küche als Delikatesse gelten. Die Tiere werden nach dem Abhacken der Flossen zurück ins Wasser geworfen, wo sie qualvoll verenden.
Militanteste aller Gruppierungen
Die Nichtregierungsorganisation Sea Sheperd setzt sich für den Schutz der Meere ein. Die Gruppe gerät mit ihren spektakulären Aktionen immer wieder in die Schlagzeilen. Sie gilt als eine der aktivsten, aber auch militantesten Organisationen. Kritikern gehen ihre Methoden zu weit.
Für weltweites Aufsehen sorgte im Januar 2010 die Versenkung des Sea-Shepherd-Bootes «Ady Gil», das in zwei Teile zerbrach, nachdem es von einem Harpunenboot gerammt worden war. Eine Untersuchungskommission kam zum Schluss, dass beide Parteien am Zwischenfall schuld waren. Aktivisten wie Walfänger hätten die Kollision in Kauf genommen.