Total ausgemergeltVernachlässigte Pferde mit Hufen wie Hörner
Auf einem Hof in Niedersachsen lebten komplett vernachlässigte Pferde, deren Hufe wie gekringelte Hörner wuchsen. Die Tiere stolperten teils über ihre eigenen Hufe.
Unfassbare Szenen erlebten Tierschützer im deutschen Bundesland Niedersachsen, als sie auf einen Hof gerufen wurden, auf dem ein alter Mann seit Jahren Pferde hielt. Dem Mann sei die Haltung der Tiere offensichtlich über den Kopf gewachsen, schreiben die Tierschützer vom Tierschutzhof Geissblatt auf ihrer Webseite: «16 von 20 Pferden standen seit Jahren im Stall und seit vor sieben Jahren der Hufschmied gestorben war, hatte auch niemand mehr Hand an die Hufe gelegt.»
Das Resultat ist für die bedauernswerten Tiere höchst schmerzhaft - und für den Betrachter kaum zu ertragen. Die Hufe der Tiere erinnerten teils an gewundene Hörner. «Die Pferde verhakten sich beim Gehen mit den eigenen Hufen ineinander, wodurch sie ins Stolpern gerieten», sagte eine 20-jährige Tierschutz-Mitarbeiterin gegenüber «Bild». Zudem ist der Grossteil der Tiere stark unterernährt, die Rippen der Pferde treten hervor und drohen vermeintlich, die dünne Haut und die teils kahlen Stellen auf dem Fell zu durchstossen.
Zu wenig Bewegung - Hufe rieben sich nicht ab
Bei zwei der sechzehn Tiere sind die Verwachsungen derart schlimm, dass sie wohl kaum gerettet werden können. Ob sie eingeschläfert werden müssen, ist noch unklar. Bei den anderen Pferden konnte der Hufschmied helfen. Allerdings musste er Schwerstarbeit leisten: «Der Hufschmied musste die Pferde betäuben, um die bis zu 50 Zentimeter langen Hufe absägen zu können.» Pferdehufe wachsen wie Fingernägel beim Menschen. Bei Tieren, die sich zu wenig bewegen, reiben sich die Hufe nicht ab – sie wachsen einfach immer weiter.
Gegen den Mann wurde eine Anzeige eingereicht. Er muss sich wegen Verdachts auf Verstoss gegen das Tierschutzgesetz verantworten – auch wenn die Tierschützer davon ausgehen, dass der alte Mann einfach überfordert war mit seinen Tieren und nicht vorsätzlich gehandelt hat. Für die Tiere vom «Hof der Schande», wie «Bild» das Anwesen nennt, suchen die Tierschützer nun ein neues Heim.