Iberische HalbinselWaldbrände fordern mindestens 36 Todesopfer
In verschiedenen Regionen Portugals kämpft die Feuerwehr gegen verheerende Waldbrände. Vielerorts sind die Menschen dazu aufgefordert, selbst gegen die Flammen vorzugehen.
Bei Waldbränden auf der Iberischen Halbinsel sind mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der portugiesische Zivilschutz am Montag mit.
Im Norden und im Zentrum Portugals starben 35 Personen, 56 weitere wurden verletzt, wie die nationale Zivilschutzbehörde am Montag mitteilte. Ausserdem galten neun Personen als vermisst. In der spanischen Region Galicien wurden mindestens vier Menschen von den Flammen getötet. Tausende Menschen mussten sich in Sicherheit bringen.
Die Behörden riefen die Menschen am Montag dazu auf, selbst gegen die Flammen vorzugehen, da nicht überall auf die Feuerwehrleute gewartet werden könne.
Schwangere auf Flucht gestorben
In der Ortschaft Vouzela im Zentrum von Portugal kam es am Sonntagabend zu einem tragischen Unfall: Eine 19-jährige schwangere Frau kam auf der Flucht vor den Flammen ums Leben, als sie auf der Autobahn mit einem anderen Autofahrer kollidierte.
Laut der Zeitung «Jornal de Notícias» fuhr die Frau in Richtung Westen. Auf der Autobahn traf sie auf Dutzende Autofahrer, die auf der falschen Spur fuhren und von den Flammen im Westen, rund um Viseu, flohen. Wegen des Rauches herrschten schlechte Sichtbedingungen. Die Frau wurde ins Spital gebracht, überlebte die schweren Verletzungen aber nicht.
Unter den Toten war auch ein gerade einen Monat altes Baby. Es sei in der Nähe von Tábua, 200 Kilometer nördlich von Lissabon gefunden worden, teilten die Behörden mit. Die Leichen der Eltern hätten in der Nähe gelegen.
Trockenheit und Hitze
Wegen anhaltender Trockenheit und Hitze besteht in Portugal weiterhin erhöhte Waldbrandgefahr. In dem südeuropäischen Land wüten insbesondere in den Sommermonaten immer wieder Waldbrände, in diesem Jahr waren sie besonders verheerend.
Mitte Juni starben 64 Menschen bei schweren Bränden im Zentrum des Landes, mehr als 250 weitere wurden verletzt. Bis Ende September wurden bereits fast 216'000 Hektar Wald zerstört.
Die jetzigen Brände seien durch extreme Wetterbedingungen ausgelöst worden, sagte eine Sprecherin des portugiesischen Zivilschutzes, Patrícia Gaspar. Möglicherweise habe es weitere Tote gegeben. Die Polizei und weitere Behörden versuchten, die Vermissten ausfindig zu machen. Mehr als 5300 Feuerwehrleute kämpften mit mehr als 1600 Fahrzeugen in dichten Pinien- und Eukalyptuswäldern gegen die Flammen. (kle/kaf/sda)