Bambi für Eva Longoria
Die jordanische Königin Rania Al Abdullah hat am gestrigen Abend den Ehrenbambi bei der 59. Verleihung des Medienpreises in Düsseldorf in Empfang genommen. Ebenfalls ausgezeichnet wurde «Desperate Housewive» Eva Longoria.
In ihrer Dankesrede rief die jordanische Königin zum Engagement für notleidende Kinder in aller Welt auf. «Wir gehören einer Familie an», betonte sie.
Als Laudator würdigte der frühere Bundesaussenminister Hans-Dietrich Genscher die Monarchin als «Königin der Menschlichkeit». Mit ihrem Einsatz gegen Kinderarmut und Gewalt gegen Kinder gebe sie auch in Deutschland ein Beispiel. Sie sei längst zu einer Hoffnungsträgerin für die ganze arabische Welt und als moderne Muslimin zur Brückenbauerin zwischen Religion und Kultur geworden, sagte Genscher.
Die Gala im Düsseldorfer Kongresszentrum begann mit der Verleihung des Bambis in der Kategorie «Schauspiel National». Preisträger Armin Mueller-Stahl erhielt von den rund 1300 geladenen Gästen Standing Ovations. Mueller-Stahl wurde zugleich für seine künstlerischen Leistungen als Musiker, Maler, Schriftsteller und Regisseur geehrt. Laudatorin Veronica Ferres bezeichnete ihn als begnadeten Konzertpianisten, überragenden Schriftsteller und Maler, dessen Gemälde auf der ganzen Welt begehrt seien, und hob auch die Oscar-Nominierung für den in Hollywood erfolgreichen Filmschauspieler hervor: «Ein Weltstar», rief die Schauspielerin.
In der Kategorie «TV-Serie International» erhielt die US-Schauspielerin Eva Longoria den Bambi für ihre Rolle als Gabrielle Solis in «Desperate Housewives». Laudator Hannes Jaenicke erinnerte daran, dass sie den streikenden Drehbuchautoren Pizza brachte und scherzte. «Davon können deutsche Lokführer nur träumen.» Longoria dankte ausdrücklich den Autoren, die dafür verantwortlich seien, dass sie die Rolle spielen könne. Sie sei zum ersten Mal in Deutschland und habe zum ersten Mal in dem vorgeführten Ausschnitt ihre deutsche Synchronstimme gehört: «Hört sich toll an.»
Boxer Henry Maske wurde für das Comeback des Jahres mit einem Bambi geehrt. Der Moderator der Bambi-Verleihung, Harald Schmidt, hielt die Laudatio auf Hape Kerkeling, der für seinen Bestseller «Ich bin dann mal weg» den Bambi in der Kategorie «Kultur» bekam.
Die Jury vergab weitere Bambis an Sophia Loren für ihr Lebenswerk, Tom Cruise in der Kategorie «Courage», Maybrit Illner in der Kategorie «Information», Bon Jovi in der Kategorie «Musik International» und die deutschen Fussball-Weltmeisterinnen in der Kategorie «Sport». Ein Sonderpreis ging an den ARD-Zweiteiler «Contergan», den Bambi für soziales Engagement erhielt der Verein «Kinder brauchen uns» und in der Kategorie Mode gewann der britische Designer Christopher Bailey.
Bei der Bambi-Verleihung in Düsseldorf sind Matthias Schweighöfer und Katja Riemann am Donnerstagabend als beste deutsche Schauspieler ausgezeichnet worden. Schweighöfer erhielt den Bambi für seine Darstellung von Rainer Langhans im Film «Das wilde Leben» über die Hippie-Ikone Uschi Obermaier. Er setzte sich gegen die Konkurrenten August Diehl und Ulrich Noethen durch.
Katja Riemann wurde für zwei Rollen ausgezeichnet: als Galeristin im Film «Das wahre Leben» und als Frau von Helmut Halm (Ulrich Noethen) in der Verfilmung des Martin-Walser-Romans «Ein fliehendes Pferd». Riemann setzte sich gegen ihre Kolleginnen Nina Hoss und Jessica Schwarz durch.
Der 103-jährige Johannes Heesters hat einen Überraschungsbambi erhalten. Bei der Verleihung des vom Verleger Hubert Burda gestifteten Medienpreises am Donnerstagabend in Düsseldorf sagte die «Bunte»-Chefredakteurin Patricia Riekel für die Jury, Heesters sei der älteste Schauspieler und Sänger der Welt und gehöre damit ins Guinness-Buch der Rekorde. Er feiere in der kommenden Woche seinen 104. Geburtstag, sei fit wie ein Turnschuh, rauche, trinke Rotwein, sei ein Womanizer und stehe noch auf der Bühne. Seine Stimme werde sogar immer stärker.
«Sie bekommen von mir jedes Jahr einen Bambi, wenn Sie hier vorbeikommen», erklärte Riekel. Schon ihre Grossmutter und ihre Mutter seien in ihn verliebt gewesen. «Und ich bin Ihr allergrösster Fan», fügte sie hinzu. Heesters begeistere das Publikum seit 90 Jahren, und der Preis sei ein «Respekt-Bambi», sagte die Gesamtverantwortliche für die Preisverleihung.
Den Wettbewerb um den Publikumsbambi hat am Donnerstagabend der ARD-Film «Die Flucht» mit Maria Furtwängler gewonnen. Er ging aus einer dreiwöchigen Telefonabstimmung als Sieger hervor und wurde in Düsseldorf mit dem Bambi für das «TV-Ereignis des Jahres» ausgezeichnet. Der Film schildert die Flucht einer ostpreussischen Landadeligen vor der Ostfront im Zweiten Weltkrieg.
Zur Wahl standen vier weitere Filme: der ARD-Film «Die Frau vom Checkpoint Charlie» mit Veronica Ferres, der RTL-Film «Tarragona: Ein Paradies in Flammen» mit Sophie von Kessel und Herbert Knaup, die Sat1-Produktion «Der geheimnisvolle Schatz von Troja» mit Heino Ferch und der ZDF-Film «Afrika, mon amour» mit Iris Berben.
Die Bambi-Jury vergab einen Sonderpreis an den ARD-Zweiteiler «Contergan» für herausragende künstlerische Leistungen.
(dapd)