«Das könnte eine belebte Gastro-Meile werden»

Publiziert

Basler Schandfleck«Das könnte eine belebte Gastro-Meile werden»

Der Birsig-Parkplatz macht vor allem mit Gewalt-Exzessen Schlagzeilen. Ein Vorstoss verlangt, dass der Unort für kulturelle und gastronomische Zwischennutzung geöffnet wird.

lha
von
lha
«Ein Trostloser Ort mit viel Potential.» Grossrat Sebastian Koelliker will den Birsig-Parkplatz mit Zwischennutzungen beleben und sicherer machen.
Ein entsprechender Vorstoss Köllikers wird im September im Grossen Rat traktandiert.
Nachts ist der Birsig-Parkplatz immer wieder Schauplatz von Gewalt-Exzessen. Im Juli musste in Grösseres Aufgebot der Polizei wegen einer Massenschlägerei anrücken.
1 / 6

«Ein Trostloser Ort mit viel Potential.» Grossrat Sebastian Koelliker will den Birsig-Parkplatz mit Zwischennutzungen beleben und sicherer machen.

20 Minuten/lha

«So eine Verschwendung», entfährt es Sebastian Kölliker beim Ortstermin auf dem Birsig-Parkplatz. Der Kulturpolitiker und SP-Grossrat möchte den Schandfleck der Stadt gerne aufwerten. Nicht als erster: Schon 2009 verlangte eine Initiative die Freilegung der Birsig anstelle des Parkplatzes. «Zu teuer», fand die Regierung und konterte 2010 mit einem Gegenvorschlag zur Umgestaltung, in deren Folge die Initiative zurückgezogen wurde. Der Grosse Rat sprach 2011 gar einen Projektierungskredit über 600'000 Franken. Doch passiert ist seither nichts.

Das frustriert nicht nur die Initianten von damals, die der Regierung gar vorwerfen, den Volkswillen zu missachten. Ein Vorstoss im Grossen Rat von Kölliker könnte nun wieder Bewegung in die Sache bringen. Sein Anzug verlangt «so rasch wie möglich» die Öffnung der trostlosen Meile zwischen Heuwaage und Barfüsserplatz für kulturelle und gastronomische Zwischennutzungen. «Das könnte eine belebte Gastro-Meile werden», sagt Kölliker. Er ist überzeugt: «Die Belebung würde auch die Sicherheit verbessern.» Der Birsig-Parkplatz hat den Ruf eine Gewalt-Hotspots.

Wirte wollen mehr Boulevard

Eine alternative Nutzung der Parkplätze könnte die Situation beruhigen, glaubt Kölliker. «Eine Belebung kann positive Impulse setzen.» Schon heute ist das Potenzial im Bereich der Kreuzung Stänzlergasse sichtbar. Tibits, Union Diner und andere Gastro-Betriebe stuhlen bereits auf den Birsig-Parkplatz raus. Weiter Richtung Heuwaage, wo das O'Neills Pub und die Pizzeria Artigiano wirten, wird die Szenerie allerdings trostloser.

Das O'Neills Pub stellte Anfang Jahr ein Gesuch, weitflächig hinausstuhlen zu dürfen. Dessen Publikationsfrist ist allerdings noch bis am 12. September hängig. Im Februar klärte das Tiefbauamt noch ab, ob bauliche Massnahmen zugunsten des Pubs umgesetzt werden könnten. Als Beispiel führte das Amt gegenüber der «Basler Zeitung» damals das Tibits an der Ecke Stänzlergasse an. Das O'Neills sollte sich aber keine Hoffnungen machen. Eine Oberflächen-Umgestaltung sei nicht vorgesehen, teilt das Baudepartement auf Anfrage mit.

Tagsüber parkieren, abends flanieren

Die Parkplätze müssten nicht verschwinden, sagt Kölliker. Daran scheiterte die Umgestaltung nämlich bis jetzt, weil keine Ersatzstandorte gefunden wurden und der Parkierdruck in der Innenstadt hoch ist. «Man könnte die Parkplätze auch zeitlich begrenzt aufheben, so dass die Gastronomen am Abend rausstuhlen können», schlägt Kölliker vor. Auch kulturelle Nutzungen würden damit möglich. Anfang der 2000er-Jahre wurde der Birsig-Parkplatz auch schon durch das Jugenkulturfestival bespielt.

Köllikers Anzug, der von allen Mitgliedern des Bündnisses Kulturstadt Jetzt! mitunterzeichnet wurde, wird frühestens am 13. September im Grossen Rat verhandelt.

Deine Meinung zählt