Aktivisten-Aufruf«Packt klassische Demo-Ausrüstung ein»
Am Samstag findet in Basel eine Protest-Veranstaltung gegen Grenzen statt. Die Aktivisten scheinen mit Krawallen zu rechnen.

Die Botschaft ist klar: Die Aktivisten halten nichts von Landesgrenzen. Um diese Message zu verkünden, werden auch schon schon mal die Zelte auf einer Kreuzung aufgeschlagen.
Kein Anbieter/RadarWenn es nach einer unbekannten Gruppe von Aktivisten geht, soll das erste Aprilwochenende ganz im Zeichen des Kampfes gegen Landesgrenzen stehen. Dies belegen Besammlungs-Aufrufe auf einschlägigen Websiten, die vom 1. bis zum 3. April zu Demonstrationen in Basel-Stadt und Freiburg (D) auffordern.
«No Border Action Days» nennt sich die Veranstaltung, an der aus aktuellem Anlass etwa gegen die Schliessung der Balkanroute für Flüchtlinge protestiert werden soll. «Wir schauen nicht geschockt und traurig dabei zu, wie sich Grenzen Stück für Stück für Menschen auf der Flucht schliessen», proklamieren die Organisatoren im Netz. Die Botschaft ist klar: «Wir stören!» steht demonstrativ in Grossbuchstaben gerschrieben.
Sonnenbrillen und «safe Handys»
Das Hirscheneck diene als Versammlungsort am Freitagabend sowie am Samstagvormittag. Im Aufruf geben die Organisationen zwischen den Zeilen zu verstehen, dass eine Eskalation der Demo in Kauf genommen wird: So raten sie etwa dazu, statt auf Kontaktlinsen auf Sonnenbrillen zu setzen und ungeschminkt zu erscheinen. Ein Pfefferspray-Einsatz könne sonst ins Auge gehen. Auch «safe Handys» ohne gespeicherte Kontakte seien von Vorteil.
Bereits Anfang März war es in Basel nach einer anfangs friedvollen Demonstration für Flüchtlinge zu einem aufgeheizten Aufeinandertreffen zwischen Teilnehmern und der Polizei gekommen. Daraufhin lösten die Beamten die Versammlung mit Gummischrot auf. Auch am Samstag soll nicht zimperlich agiert werden: «Bereitet euch darauf vor, an diesem Wochenende entschlossen zu agieren», heisst es von Seiten der Aktivisten. Gewaltakte werden nicht ausgeschlossen: «Je mehr Menschen wir bei Grossaktionen sind, desto weniger kriegen Einzelpersonen auf die Fresse», warnen sie. Trotz dessen seien auch kleinere und dezentrale Aktionen in der ganzen Stadt willkommen.
Polizei beobachtet
Die Polizei Basel-Stadt weiss von der Besammlung vor dem Hirscheneck. «Alle weiteren Entwicklungen beobachtet die Kantonspolizei wie gewohnt aufmerksam», so Polizeisprecher Andreas Knuchel.