Stadtführer 2.0Die Polizei - dein Freund und Touristenführer
Mit einem E-Learning Tool will Basel Tourismus ganz viele neue Fremdenverkehrsexperten ausbilden. Auch Polizisten und Taxifahrer sollen ihre Kompetenzen erweitern.

Touristen haben immer wieder mal Fragen. Antworten sollen danke eines neuen E-Learning Kurses künftig auch Polizisten und Taxifahrer parat haben.
Taxifahrer haben in der Regel nicht viel zu erzählen, wenn sie einen Touristen vom Flughafen oder Bahnhof zum Hotel chauffieren. Das wird sich nächstes Jahr ändern. Sie sollen dann auch in der Lage sein, ihrem Gast etwas über Sehenswürdigkeiten oder die Geschichte Basels zu erzählen und Tipps für Essen, Ausgang oder andere Aktivitäten mit auf den Weg geben kann.
Möglich macht das ein neues E-Learning Tool von Basel Tourismus, das Anfang 2015 lanciert wird und dann jedermann zugänglich sein wird. «Das gab es in dieser Form noch nicht», sagt Tourismusdirektor Daniel Egloff. Solche Lernprogramme seien bis jetzt ausschliesslich Tourveranstaltern und Reisebüros zur Verfügung gestanden.
In Basel will man das Potenzial dieser Form von Wissensvermittlung jetzt aber voll ausschöpfen und auch Akteure ausserhalb der Hotellerie zu Basel Kennern ausbilden.
Qualitätssiegel als Anreiz
Das online Schulungsprogramm basiert auf Kursen, die Basel Tourismus bislang für Hotelpersonal durchführte. Vorgesehen sind ein Basiskurs und allenfalls ein Expertenmodul. Wer die Prüfung besteht, soll dafür ein Diplom erhalten. Damit hofft Egloff Taxifahrer, Polizisten und Gastro-Betriebe für den Lehrgang motivieren zu können. «Wir werden aber auch das Gespräch mit den grossen Taxiunternehmen und der Polizei suchen», sagt er.
Gerade für Taxichauffeure, die in einem hart umkämpften Markt tätig sind, könnte die Weiterbildung zum Marktvorteil werden. Wer sich ein «Basel Tourismus approved Taxi»-Siegel auf den Wagen kleben kann, darf auf mehr Kunden hoffen. Und bei der Polizei hofft Egloff auf die Begeisterung von Kommandant Gerhard Lips, damit dieser seiner Mannschaft den entsprechenden Tagesbefehl erteilt. Dein Freund und Helfer also möglicherweise bald auch in Fremdenverkehrsfragen.
Risiko eines Flops
Für Egloff ist das E-Learning Tool aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten ein Wagnis. Ziel sei, jährlich zwischen 200 bis 300 Leute zu erreichen. Sollten es mehr sein, verbessert sich das Verhältnis von Entwicklungskosten pro Teilnehmer. Diese werden sich seiner Schätzung zufolge auf maximal 30'000 Franken belaufen.