Vermögen mit falschen Rechnungen kassiert

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AnklageVermögen mit falschen Rechnungen kassiert

Die Baselbieter Firma Office Service Discount versandte über 100 fiktive Rechnungen. Zahlreiche Empfänger fielen darauf herein – und bezahlten fast 300'000 Franken.

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Die Baselbieter Staatsanwaltschaft hat am Dienstag bekannt gegeben, dass sie gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Office Service Discount GmbH aus Lausen Anklage erhoben hat. Gegen ihn wurde wegen Betrugs- und weiteren Delikten ermittelt. Der Beschuldigte habe mit seinem Betrugssystem dafür gesorgt, dass weit über 100 Rechnungsempfänger nicht geschuldete Beträge von insgesamt fast 300'000 Franken irrtümlich bezahlt hätten, heisst es in der Mitteilung der Strafverfolgungsbehörde.

Der 34-jährige habe seit Mitte 2013 systematisch Rechnungen für nicht gelieferten Bürobedarf versandt. Meistens wurde dabei Drucker-Toner fakturiert.

In vielen Fällen hatten sich der Beschuldigte und zwei mitangeklagte Komplizen (24 und 53) im Vorfeld beim späteren Rechnungsempfänger nach Druckertypen und zuständigen Personen erkundigt. Offenbar spekulierten die Betrüger darauf, dass die Rechnung dann nicht weiter geprüft und freigegeben wird – in vielen Fällen mit Erfolg. Zu den Opfern der Betrüger zählten auch Gemeindeverwaltungen.

Zahlreiche Warnungen im Internet

Die Masche flog aber auf. Schon vor über einem Jahr begannen Empfänger, die den Trick durchschaut hatten, im Internet vor der Firma zu warnen. Auch die Konsum-Sendung «Espresso» von Radio SRF berichtete über die Firma. In der Folge wurde das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco aktiv und zeigte das Unternehmen 2015 an.

Der Verhandlungstermin vor dem Baselbieter Strafgericht steht noch nicht fest.

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