NeuerungSchnürlischrift wird aus Basler Schulen verbannt
Die Tage der klassischen verbundenen Schrift sind in Basler Schulzimmer gezählt. Ab dem neuen Schuljahr werden Erstklässler statt der Schnürlischrift die so genannte Basisschrift lernen.

Ade Schnürlischrift: Basler Schüler sollen ab dem nächsten Schuljahr die sogenannte Basisschrift lernen.
Keystone/AP/Jockel FinckDie Schnürlischrift wird schon bald der Geschichte angehören. Basler Schüler sollen ab dem nächsten Schuljahr nicht mehr verbunden schreiben lernen und sich stattdessen die Basisschrift aneignen, wie Radio Basilisk am Donnerstag berichtete. «Noch in diesem Monat möchte das Erziehungsdepartement den Erziehungsrat über die geplante Änderung informieren», bestätigt Simon Thiriet vom Basler Erziehungsdepartement.
Umgesetzt werde die Neuerung wie folgt: «Ab dem Schuljahr 16/17 werden alle Erstklässler die neue Schrift lernen. Die restlichen Klassen werden die alte Schrift jedoch beibehalten», führt Thiriet aus. Die älteren Kinder müssten sich also keine neue Schrift aneignen. Gestützt sei die Neuerung auf eine Empfehlung der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz über die Zukunft der Schweizer Schulschrift. Laut dem Bericht wirke die Schnürlischrift veraltet. «Der hohe Verbindungsgrad und die vielen Drehrichtungswechsel sind anspruchsvoll und können zu Verspannungen führen», wird die momentane Ausgangslage resümiert. Basel-Stadt ist keineswegs der erste Kanton, der die Basischrift einführt: In Luzern werden bereits seit Jahren gute Erfahrungen damit gemacht und im Kanton Zürich wird sie ebenfalls ab dem kommenden Schuljahr gelehrt.
Nicht mehr zeitgemäss
Das Aufkommen von digitalen Medien habe seinen Teil dazu beigetragen, dass die Handschrift einem rasanten Wertewandel unterstehe. Damit dränge sich die Frage auf, ob das Erlernen einer ganz verbundenen Schrift noch zeitgemäss sei. Das Fazit des Berichts empfiehlt dann auch: «Mit der Entwicklung der Basisschrift steht ein alternatives Schriftsystem zur Verfügung, das die unverbundene Ausgangsschrift zu einer teilverbundenen Schrift weiter entwickelt.»
Bisher lernten die Kinder zuerst die Blockschrift und anschliessend die voll verbundene Schrift, um schliesslich eine persönliche Handschrift zu entwickeln.Dieser Umweg soll in Zukunft entfallen. Die Basisschrift soll Buchstabenformen zu Beginn unverbunden lehren. Mit der Zeit lernt der Schüler die Verbindungen individuell dort zu setzen, wo die Geläufigkeit der Schrift unterstütz wird. Unnatürliche Bewegungen, die oft zu Verkrampfungen geführt haben, können so vermieden werden.
Auch im Baselbiet kann die neue Schrift schon ab dem nächsten Schuljahr gelehrt werden. Pflicht ist sie jedoch erst im Schuljahr 17/18.