Clubszene BaselDas Singer erfindet sich schon wieder neu
Das Café Singer ging Ende Mai 2017 in Konkurs. Der ehemalige Geschäftsführer des Fame will Bar und Club am Marktplatz ab Ende Monat wieder Leben einhauchen.
Es waren turbulente Zeiten für das ehemalige Singerhaus. Nach gut einem Jahr Stillstand übernahm Agron Isaku vom Nordstern zusammen mit Giuseppe Miele 2015, baute um und setzte den Fokus auf elektronische Musik. Das Geschäft lief schlecht, und so übernahm Olivier Müller von der «Heimat» 2016 das Ruder. Das Café Singer, wie es fortan hiess, bestand gerade mal neun Monate, als Müller im Mai 2017 Konkurs anmelden musste.
«Das Café Singer bleibt geschlossen», sagt nun der neue Inhaber und Geschäftsführer Oliver Keller. Und meint damit: Fortan heisst es Singer, mit dem Nebentitel Club, Bar, Lounge. «Das Café verwirrte. Das musste weg.» Unter Keller, der bis 2015 fünf Jahre lang das Fame führte und seit bald zehn Jahren den Rhypark als Co-Geschäftsleiter, soll das alte Singerhaus seine Renaissance erfahren. Die nötigen Bewilligungen sind unterschrieben; grosse Eröffnung ist am 29. und 30. September.
So wird das neue Singer
Das neue Singer will mit einem ausgeglichenen Programm locken. «Am Dienstag sollen Djs und kleine Live-Gruppen die Bar abwechselnd bespielen», so Keller. Afterwork ist das Stichwort. Auch am Mittwoch steht das Obergeschoss ganz im Zeichen der Live-Musik. «Ich arbeite mit den Jungs von Jukebox zusammen. Ihr Portfolio ist gefüllt mit tollen jungen Bands.»
Am Donnerstag ist auch der Club geöffnet. Das Programm richtet sich dann klassischerweise an die Studenten. Freitags und samstags sind im Club dann Frauen ab 21 und Männer ab 23 willkommen. Ab 30 aufwärts ist der Eintritt gratis. Alle anderen zahlen laut Keller je nach Abend maximal 15 Franken. Das Musikprogramm in Bar wie Club ist dabei «open format», es soll für jeden etwas dabei sein. Elektronische Musik wird bis auf eine monatliche Portion House keine zu hören sein. Fürs Eröffnungswochenende konnte Keller unter anderem den US-amerikanischen Sänger und Rapper Ryan Leslie verpflichten. Dieser wird am Freitag die Bar bespielen.
Keine Versagensängste bei Keller
Es sind ambitionierte Pläne, die Keller präsentiert. Macht ein Blick auf die vergangenen Jahre nicht Angst? «Wenn du mit Ängsten in ein neues Projekt gehst, hast du bereits verloren», antwortet der 35-Jährige. Er habe das Wirrwarr mit den Geschäftsführern des Singerhauses mitbekommen. «Was in der Vergangenheit passiert ist, kann ich nicht gross kommentieren.» Es soll jetzt nach vorne geschaut werden.
Das Singerhaus hatte auch mit Beschwerden der Anwohner zu kämpfen, die zur Schliessung 2014 beitrugen. Zu lärmig und dreckig sei es vor dem Club gewesen. «Ich handle proaktiv und gehe auf die Anwohner zu», sagt der neue Inhaber. Es gebe zudem mehrere Massnahmen wie zusätzliche Abfallkübel und ein geschultes Sicherheitspersonal, die Lärm und Littering eindämmen können. Im Club werden ausserdem 14 Überwachungskameras installiert, die das Treiben im Auge behalten sollen.
Über zehn Jahre Erfahrung
Keller handelt aus Erfahrung: Bis 2015 war er Geschäftsführer des Clubs Fame. «Ich wurde älter und das Publikum blieb jung. Es wurde Zeit für einen Wechsel», begründet er, der über zehn Jahre verschiedenste Events in Basler Clubs und Lokalen durchführte, seinen Abgang. Nach zwei Jahren Pause begann er das Nachtleben zu vermissen und übernahm schliesslich das Café Singer.