FCB-Fans von Tramchauffeur ausgesetzt

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Muttenz BLFCB-Fans von Tramchauffeur ausgesetzt

Sie wollten nach dem Spiel nach Hause. Der Tramführer hatte aber andere Pläne und wendete das Tram an einer Schlaufe ohne Station. Die verdutzten Fans liess er zurück.

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Den FCB-Fähnchen zum trotz: Ein Tram der Linie 14 setzte am späten Mittwochabend 20 Fans an der Wartenbergschlaufe aus. Diese hat aber keine Station.
Knapp 600 Meter vor der Schlaufe befindet sich die Station Rothausstrasse. Hier hätten die Fans laut dem Chauffeur aussteigen müssen. Diese aber wollen keine Durchsage gehört haben. Sie gingen davon aus, dass das Tram bis nach Pratteln durchfährt.
Alle Diskussionen brachten nichts: Der Tramchauffeur fuhr davon und liess die Fans mitten im verkehrstechnischen Nirgendwo zurück.
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Den FCB-Fähnchen zum trotz: Ein Tram der Linie 14 setzte am späten Mittwochabend 20 Fans an der Wartenbergschlaufe aus. Diese hat aber keine Station.

20 Minuten/las

Rund 20 FCB-Fans strandeten am Mittwochabend im verkehrstechnischen Niemandsland zwischen Muttenz und Pratteln. Sie waren nach dem letzten Super-League-Spiel des FC Basel auf dem Heimweg mit einem Tram der Linie 14. Statt sie bis nach Pratteln zu fahren, wendete das Tram aber gegen 22.45 Uhr an der Wartenbergschlaufe in Muttenz. «Wir mussten alle aussteigen», erzählt Roger Andris (54) erbost.

Das Problem: Die Schlaufe hat keine Haltestelle und ist mitten im Nirgendwo. So mussten die ausgesetzten Fans spätabends noch zur nächsten Station marschieren. Eine Zumutung, findet Andris. «Was, wenn jemand nicht gut zu Fuss ist?» Laut Fahrplan und Anzeige hätte das Tram bis nach Pratteln fahren müssen.

Ein FCZ-Fan?

Zudem habe keine der rund 20 Personen im Wagen eine Durchsage gehört, dass die Fahrt bei der Station Rothausstrasse enden würde, so Andris. «Wir sind dann nach vorne gegangen und haben den Tramchauffeur angesprochen», sagt er. Dabei seien die Gemüter auf beiden Seiten erhitzt gewesen.

Der Chauffeur habe sich partout geweigert, sie zumindest zurück zur Rothausstrasse zu fahren, wo sie auf das nächste Tram hätten warten können. «Den hat es entweder richtig angeschissen, dass er arbeiten muss, oder er ist FCZ-Fan», wettert Andris.

Beschwerde eingereicht

Andris kann das Verhalten des Chauffeurs nicht nachvollziehen. Als die gestrandeten Fahrgäste den Chauffeur damit konfrontiert hätten, dass es keine Durchsage zum Aussteigen gegeben habe, behauptete er das Gegenteil und fuhr davon.

«So geht das einfach nicht. Das ist unterste Schublade», moniert Andris, der auch schon eine schriftliche Beschwerde bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) eingereicht hat. Von diesen verlangt er, dass der Tramchauffeur identifiziert wird und sich entschuldigen muss.

BVB entschuldigen sich

«Wir verstehen Ihren Ärger und es tut uns leid, dass der gestrige Abend für Sie und die weiteren betroffenen Fahrgäste nicht gerade meisterlich endete. Dafür möchten wir uns im Namen der BVB in aller Form entschuldigen», schreibt BVB-Mediensprecher Benjamin Schmid zu Andris' Beschwerde. Der Wagenführer hätte die Fahrgäste vor dem Verlassen der letzten bedienten Station mit Nachdruck darauf hinweisen sollen, dass sie aussteigen müssen. Also hätte er mit ihnen an Bord gar nicht erst in die Schlaufe fahren dürfen.

Warum die Warnung nicht erfolgt sei und das Tram vorzeitig gekehrt habe, statt bis nach Pratteln zu fahren, würde derzeit intern abgeklärt, hiess es weiter. Dazu gehöre auch eine Prüfung der Funktionalität der Durchsagen-Anlage.

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