Badi holt Frauen aus dem Wasser – wegen Burkas?

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Frauenbad EgliseeBadi holt Frauen aus dem Wasser – wegen Burkas?

Neue Bekleidungsvorschriften stossen im Frauenbad Eglisee auf Widerstand. Die Betreiber setzen private Sicherheitsleute ein, um die Regeln umzusetzen.

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Wegen der neuen Kleider- und Zutrittsordnung musste das Personal im Basler Frauenbad Eglisee eingreifen. Ab der Saison 2016 sind weite Burkinis, die nicht eindeutig von Strassenkleidern zu unterscheiden sind, verboten.
Burkinis sind nur noch erlaubt, wenn sie eng am Körper anliegen und eindeutig als Schwimmanzug identifizierbar sind. In den vergangenen Jahren gab es vermehrt Konflikte mit Muslimas aus dem Elsass, die in weiten Gewändern zu Hunderten ins Frauenbad kamen. (Symbolbild)
Burkinis sind eigentlich eine Abwandlung von herkömmlichen Ganzkörperschwimmanzügen, die besonders in Australien schon länger gang und gäbe sind. Grund dafür ist die aggressive Sonne down under.
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Wegen der neuen Kleider- und Zutrittsordnung musste das Personal im Basler Frauenbad Eglisee eingreifen. Ab der Saison 2016 sind weite Burkinis, die nicht eindeutig von Strassenkleidern zu unterscheiden sind, verboten.

20 Minuten/lha

Für das Frauenbad im Gartenbad Eglisee in Basel gelten seit dieser Saison neue Zutritts- und Bekleidungsvorschriften: Burkas sind verboten und auch Kinder dürfen nicht mehr ins Frauenbad mitkommen. Die Umsetzung der neuen Regeln gestaltet sich aber schwierig, wie das «SRF Regionaljournal Basel» berichtet.

«Es war nicht einfach», sagt der Leiter des Basler Sportamts, Peter Howald. Es gebe Frauen, die vorher mit ihren Kindern ins Frauenbad gekommen seien und sich jetzt ärgerten, dass das nicht mehr möglich ist. Dafür habe er auch Verständnis. «Aber wenn man sieht, wie viele Leute nach hinten gehen, und es da auch noch fünf- bis sechshundert Kinder hat, ist das nicht mehr zumutbar.» Dazu kommt: «Viele Musliminnen wussten nichts von den neuen Regeln und haben sich beschwert.»

Frauen aus dem Wasser geholt

Einige der Frauen hätten sich den neuen Regeln widersetzt – trotz Anweisungen des Personals und der Beschilderung – und sich nicht an die neue Kleiderordnung gehalten. «In mindestens drei Fällen mussten wir Frauen wieder aus dem Bad rausholen, weil sie sich nicht an die Regeln gehalten haben», so Howald.

Frauen dürfen in der Badi gemäss den neuen Regeln im Badekleid, im Bikini oder in einem enganliegenden Burkini baden. Doch Burkas sind aus hygienischen Gründen nicht mehr erlaubt. Ob die betroffenen Frauen tatsächlich Burkas anhatten, wird im Artikel von SRF nicht explizit erwähnt.

Sicherheitspersonal

«Das muss jetzt einfach noch eine gewisse Zeit durchgesetzt werden», sagt Howald. Er überlegt sich, an den Wochenenden vier anstatt zwei Sicherheitsleute einzusetzen. «Es ist halt einfach so, dass man vor dem Eingang des Frauenbads fast durchgehen präsent sein muss.»

Die neuen Regeln seien nicht diskutierbar und würden umgesetzt. «Davon weichen wir keinen Schritt zurück», so Hoswald zum SRF.

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