Basels elitärster ClubBasler Promis bleiben dem «Club de Bâle» fern
Reihenweise Absagen: Der «Club de Bâle» soll der elitärste Privatklub der Stadt werden. Doch wie Recherchen von Telebasel zeigen, will die Basler Prominenz nicht mitmachen.
In England sind Privatklubs eine langgelebte Tradition der Elite. Auch die Schweiz kennt solche Zirkel, wo nur handverlesene Mitglieder für einen stattlichen Jahresbeitrag Zugang zu einem exklusiven Lokal erhalten. Ein solcher ist der Club zum Rennweg in Zürich. Basel will sich da nicht lumpen lassen und hat ebenfalls einen solchen Club erhalten: den Club de Bâle. Mitgliedschaft nur auf Einladung, Jahresgebühr 12'000 Franken.
Vergangenen Sommer gingen die Gründer Matthias Müller und Daniela Spillmann damit an die Öffentlichkeit. Flugs wurde der Club für maximal 100 Mitglieder zum Stadtgespräch und beliebten Sujet der letzten Fasnacht. Wer zum erlauchten Kreis gehört, wurde wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Recherchen der Sendung «Report» von Telebasel, die am Mittwoch um 18.15 Uhr ausgestrahlt wird, zeigen jetzt aber: Der Club hat grosse Mühe, illustre Mitglieder aus den Reihen der Leistungsträger der Stadt zu finden.
«Nein Danke»
Der Telebasel-Report hat dutzende Basler Prominente angefragt, ob sie Zutritt zum Privée des bald umgebauten Café Spillmann erhalten werden. Reihenweise hiess es Nein. Pikant daran: Die meisten der Angefragten erhielten eine schriftliche Einladung von den Club-Impresarios Müller und Spillmann. Darunter Novartis-Schweiz-Chef Pascal Brenneisen, UBS-Regionaldirektor Samuel Holzach, Messe-Chef René Kamm oder FCB-Präsident Bernhard Heusler. Auch Stadtoriginal -minu erhielt eine. «Nein, so was mache ich nicht», sagte er dazu. Er hat sowieso so etwas wie seinen eigenen Club de Bâle. Der Kolumnist bekochte schon den deutschen Bundespräsidenten in seinem Sääli.
Der Club passe auch nicht zur Basler Mentalität, sagt er. Denn im Basler Daig zeigt man ungerne, was man hat. Man gibt grosszügig, entzieht sich aber der Öffentlichkeit. So ist zum Beispiel der Clan der Roche-Erben auch nicht mit von der Partie.
Ein Verein für Pizzabäcker?
Der bekannte Zürcher Gesellschaftskolummnist Mark van Huisseling ist darob nicht erstaunt. «Memberclubs sind in der Schweiz unnötig», sagt er. Den mutmasslichen Misserfolg des Club de Bâle kommentiert er nicht ohne Hohn: «Vielleicht ist das ja ihr Geschäftsmodell, dass sie die Merians und Burckhardts nicht aufnimmt. Dafür sind irgendwelche Pizzeriabesitzer, Coiffeure und Architekten dabei.»
Ganz so schlimm ist es aber nicht. Telebasel deckte auf, dass der Club de Bâle doch ein paar prominente Mitglieder hat. Wer das
ist, erfahren Sie in unserer Bildstrecke.