Der türkische Aufruhr erreicht Kleinbasel

Aktualisiert

SolidaritätsdemoDer türkische Aufruhr erreicht Kleinbasel

Die Proteste in der Türkei schwappen in die Schweiz über: Am Samstag findet eine Kundgebung auf der Basler Claramatte statt.

Lukas Hausendorf
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Lukas Hausendorf

Was in Istanbul der Taksim-Platz ist in Kleinbasel die Claramatte. Dort findet am Samstag um 15 Uhr die bislang grösste Schweizer Solidaritätskundgebung mit den Protesten gegen den umstrittenen Premierminister Recep Tayyip Erdogan in der Türkei statt.

«Wir wollen, dass die türkische Regierung auch vom Ausland stärker unter Druck gesetzt wird», sagt Organisatorin Derya Sahin (24). Die Jusstudentin ist zurzeit daran, türkische Gruppierungen in der ganzen Schweiz miteinander zu vernetzen. Zur Kundgebung am Samstag erwartet sie Teilnehmer aus dem ganzen Land. Ideelle Unterstützung erhält sie auch vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund und der SP Basel-Stadt. Eingeladen wurde auch Sicherheitsdirektor Baschi Dürr. Ob er an der Demo auftreten wird, wurde gestern nicht offiziell bestätigt.

Signal an Bundesrat

In Basel wird schon seit letzter Woche gegen das gewalttätige Vorgehen der türkischen Behörden gegen die friedlichen Proteste demonstriert. Am Samstag folgten 800 Demonstranten dem spontanen Facebook-Aufruf von SP-Grossrat Atilla Toptas. Mit der morgigen Kundgebung hoffen Derya Sahin und ihre Mitstreiter ein Signal auszusenden, das vielleicht sogar in Bern gehört wird und den Bundesrat dazu ermutigt, eine diplomatische Note an Erdogan zu übermitteln.

Protest eint die Gesellschaft

Gleich wie in der Türkei sind auch in Basel verschiedenste Minderheiten, politische Strömungen und Gesellschaftsschichten in ihrem Protest vereint. An der Kundgebung stehen Türken, Kurden, Aleviten und Sunniten Seite an Seite. Viele Minderheiten werden in der Türkei seit Jahrzehnten vom Staat mit Gewalt verfolgt. Erstmals ist damit nun auch die Mittelschicht konfrontiert. Es reicht, ruft Sahin aus. «Wir wollen, dass in der Türkei wieder Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der Laizismus geachtet werden.»

Auf Twitter verbreitet sich der Protest gegen den türkischen Premierminister Erdogan über die ganze Welt.

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