Mit Influencern auf der Jagd nach Touristen

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#LovebaselMit Influencern auf der Jagd nach Touristen

Auf Instagram werden Millionen von Bildern aus Basel geteilt: Für Basel Tourismus ist das eine Goldgrube. Bald kümmert sich dort eine Influencerin um das Social-Media-Marketing.

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Über 4000 Likes gab es für dieses Bild von Reisebloggerin Liz Carlson auf Instagram. Die Wahlneuseeländerin übernachtete in Basel in einem Fischergalgen. Das ganze war ein koordinierte Aktion, hinter der Schweiz Tourismus steckte. Basel Tourismus hat das Potential von Influencern auf Instagram längst erkannt.
Instagram bietet sich für die Tourismusvermarkter geradezu an. Solche Bilder machen Lust für einen Besuch in Basel. Das Rheinschwimmen ist mittlerweile auch für Touristen ein Sommerhighlight und damit ein tolles Verkaufsargument für Basel Tourismus.
Die Tourismusorganisation setzt dabei auch auf Kooperationen mit Instagrammern wie den französischen Reisebloggern Travel Me Happy, die unlängst Basel besuchten. Für die bunten Regenschirme in der Grünpfahlgasse gibt es 722 Likes.
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Über 4000 Likes gab es für dieses Bild von Reisebloggerin Liz Carlson auf Instagram. Die Wahlneuseeländerin übernachtete in Basel in einem Fischergalgen. Das ganze war ein koordinierte Aktion, hinter der Schweiz Tourismus steckte. Basel Tourismus hat das Potential von Influencern auf Instagram längst erkannt.

Instagram

Diesen Sommer kann man als Tourist erstmals in einem Fischergalgen übernachten: Eines der kleinen Holzhäuschen am Rhein wird nun als Pop-Up-Hotel von Schweiz Tourismus vermarktet. Unter den ersten Gästen war die Reisebloggerin Liz Carlson – und ihr Instagram-Post über ihren Aufenthalt in Basel erntete über 4000 Likes. Die Wahlneuseeländerin war voll des Lobes über das ungewöhnliche Hotel und überhaupt sehr angetan von Basel. «Basel was so cute and charming! What an experience», schrieb sie.

Carlson war natürlich nicht zufällig in Basel. Beinahe 200'000 Abonnenten machen sie zur Influencerin, ihr Aufenthalt war ein bezahltes Engagement. Solche Werbung ist Gold wert für Basel Tourismus: «Bilder von Usern sind gemäss Studien achtmal glaubwürdiger als die offiziellen Bilder von Tourismusorganisationen», sagt Christoph Bosshardt, Marketingverantwortlicher von Basel Tourismus.

Die Vermarkter der Tourismusdestination Basel haben das Potential von Instagram längst erkannt. Mittlerweile führen sie gar eine Top-20-Liste der Instagram-Hotspots in Basel. Dafür wird ein tägliches, softwareunterstütztes Monitoring gemacht. «Die Auswahl erfolgt aufgrund der Häufigkeit und Qualität der Bilder. Zudem dient sie auch als Empfehlung für die besten Motive», erklärt Bosshardt.

Rheinschwimmen schlägt Weihnachtsmarkt

Ein Blick auf die kuratierten Top 20 zeigt: Das Rathaus kann man links liegen lassen. Wirklich Instagram-tauglich sind andere Sehenswürdigkeiten. Altstadtpanoramen, alte Häuser in Basels Gässlein, der Rhein, Streetart und natürlich die Citylounge von Herzog & de Meuron auf dem Messeplatz versprechen viele Likes. Instagrammer haben offensichtlich ein anderes Programm als geführte Reisegruppen: Rheinschwimmen etwa gibt die besseren Bilder als der Weihnachtsmarkt.

Dabei wird auch auf Influencer gesetzt. «Die haben für uns einen ähnlichen Stellenwert wie Journalisten, die wir aus aller Welt in Basel begrüssen und betreuen», so Bosshardt. Die Kooperationen mit Influencern laufen dabei über Schweiz Tourismus oder eine in diesem Bereich spezialisierte Agentur. «Diese prüfen die Qualität der Influencer und schicken dann die für uns passenden nach Basel.» Die Qualitätsprüfung sei wichtig, betont Bosshardt. Man weiss um die Problematik mit Fake-Followers.

Auch Locals mischen mit

Basel Tourismus nutzt die Bilder der Instagrammer systematisch zur Selbstvermarktung auf Social Media. Motive, die viele Interaktionen erhalten teilt die Organisation auf ihrem eigenen Kanal. Dabei zeigt sich: Auch Basler Fotografen, die ihre Stadt gekonnt in Szene setzen, sind regelmässig auf dem Insta-Kanal von Basel Tourismus präsent.

Bei Basel Tourismus übernimmt demnächst sogar eine Influencerin den Bereich Social Media. Um wen es sich handelt, will Bosshardt aber noch nicht verraten, da sie ihre Arbeit für die Tourismusorganisation noch nicht aufgenommen hat.

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