Outdoor-GastronomieMehr Buvetten möglich – doch Beizer wollen nicht
Basels Buvetten sind beliebt und werden rege besucht. Es könnte auch mehr davon geben. Gastronomen zeigen allerdings kein Interesse.

Die fünf Buvetten am Rheinufer werden bei schönem Wetter gut besucht. Es könnte noch mehr Buvetten geben, jedoch finden sich keine Interessenten.
Jetzt ist der Frühling da – und mit ihm strömen die Menschen ins Freie und ganz besonders gerne an den Rhein, um die warmen Sonnenstunden zu geniessen. Die fünf Buvetten am Kleinbasler Rheinufer machen damit ein gutes Geschäft.
Ginge es nach dem Buvetten- und Verkaufsstand-Konzept des Kantons, könnte es aber weitere Outdoor-Bars geben. Dieses definierte bereits 2011 verschiedene Standorte entlang des Rheins sowie in Parkanlagen. «Die bestehenden Buvetten haben erheblich zur Aufwertung des Kleinbasler Rheinufers beigetragen», so André Frauchiger, Mediensprecher des Tiefbauamts. «Durch die Buvetten haben wir eine bessere Sozialkontrolle und die Anwohner fühlen sich wohler.»
Der Kanton hatte bereits die Errichtung der beiden Standorte Oetlinger und Flora angestossen. Nun würde man es auch begrüssen, wenn sich östlich der Mittleren Brücke etwas tun würde. «Wir haben Standorte am Oberen Rheinweg sowie an der Solitude-Promenade definiert. Leider hat sich bis jetzt noch niemand gemeldet», so Frauchiger. Ausserdem stelle sich der Wirteverband gegen die Errichtung von weiteren Buvetten.
Wirteverband kritisiert Privilegierung von Buvetten
«Es kann nicht sein, dass die ganze Stadt mit Containern überzogen wird», sagt Wirteverband-Mediensprecher Maurus Ebneter. Er spricht von einer «Übernutzung des öffentlichen Raums». Es sei zudem nicht der richtige Ansatz, privatwirtschaftliche Projekte immer mehr zu erschweren.
«Anstelle staatlich definierter Zonen wünschen wir uns Rahmenbedingungen, die es freien Unternehmern ermöglichen, ihre Ideen zu verwirklichen.» Ebneter moniert, dass Betriebe, die nur unweit der Buvetten liegen, am Abend ihren Innenhof schliessen müssten. Die Buvetten hingegen könnten bis nach elf Uhr abends geöffnet bleiben. «Das wird von manchen Wirten als politisches Projekt wahrgenommen, bei dem hin und wieder ein Auge zugedrückt wird», moniert er.
«Wir wollen keine Planwirtschaft»
Ebneter erklärt aber, dass er die Idee der Buvetten an einzelnen Standorten begrüsse und die soziale Kontrolle durch diese am Kleinbasler Rheinbord schätze. «Wir wollen jedoch keine staatliche Planwirtschaft, die vorschreibt, wo und wie was entstehen soll.» Dass sich bis jetzt niemand für die offenen Buvetten-Standorte gemeldet hat, überrascht ihn: «Das könnte mit den niedrigen Besucherfrequenzen zwischen der Mittleren und der Wettsteinbrücke zusammenhängen.» Der Wirteverband rate keinem Mitglied davon ab, eine Buvette am Rheinufer zu eröffnen.