Menschen wollen letzte Ruhe auf Tierfriedhof

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Neben ihrem HaustierMenschen wollen letzte Ruhe auf Tierfriedhof

In Ewigkeit vereint: Immer mehr Menschen möchten neben ihrem Haustier begraben werden. Auf dem Tierfriedhof im Baselbiet wurden bislang vier Personen bestattet.

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Bei einigen Tierhaltern geht die Liebe zum eigenen Vierbeiner so weit, dass sie bis zum jüngsten Tag neben dem Haustier ruhen möchten. Eine Möglichkeit hierzu bietet der erste Tierfriedhof der Schweiz in Läufelfingen BL. Vier Menschen hat Betreiber Urs Mörgeli bislang auf seinem Areal bestattet, berichtet die Zeitung «reformiert». «Rund ein Dutzend Personen haben zudem den dafür nötigen Vertrag schon unterschrieben, andere sind interessiert», sagt Mörgeli zu 20 Minuten. Damit die letzte Ruhe auf dem Tierfriedhof möglich ist, muss der Wunsch zu Lebzeiten schriftlich festgehalten und ein Vertrag unterzeichnet werden. Dieser regelt die Modalitäten rund um die letzte Ruhestätte. «Für die Angehörigen mag das etwas merkwürdig sein. Der letzte Wunsch der Verstorbenen muss aber respektiert werden.»

Die ersten vier auf dem Tierfriedhof begrabenen Personen kamen von sich aus auf Mörgeli zu. «Beim ersten Fall liess ein älteres Ehepaar seinen Hund bei uns bestatten. Bereits da äusserte die Frau, dass sie gerne neben ihrem Haustier ihr Grab hätte.» Kurz darauf sei sie an Alzheimer erkrankt und verstorben. Heute ist ihre Urne auf dem rund 15'000 Quadratmeter grossen Areal neben dem Vierbeiner begraben. Mit allen üblichen Ehren: Wie auch auf einem normalen Friedhof können in Läufelfingen Trauerfeiern abgehalten werden. «In einem Fall geschah das im grossen Stil. Die Trauergemeinde war gross und brachte sogar einen Pfarrer mit», so Mörgeli. Nach der Beerdigung dürfen die Urnen für den Preis von 4900 Franken 50 Jahre in Läufelfingen bleiben.

Tierische Asche auch auf Zürcher Friedhöfen

Nicht nur auf dem Tierfriedhof können die sterblichen Überreste von Mensch und Haustier zusammen im Grab liegen: In der Stadt Zürich etwa dürfen Urnen mit der Asche von Kleintieren auf regulären Gottesäckern zusammen mit Menschen in bestehende Gräber bestattet werden. Diese Möglichkeit besteht seit einigen Jahren und wird jedes Jahr von bis zu zehn Personen genutzt. Während dies beispielsweise in Basel aus ethischen Gründen tabu ist, ziehen die Zürcher die Grenze anders: «Problematisch wäre etwa, wenn der Hundenamen mit auf dem Grabstein wäre oder jemand das Tier mit in ein Gemeinschaftsgrab nehmen möchte. Dies ist nicht möglich.», sagt Rolf Steinmann, Leiter Bestattungs- und Friedhofsamt Stadt Zürich. Kremiert werden müssen die Vierbeiner ausserdem in speziellen Tierkrematorien.

Auf dem Tierfriedhof möchte Mörgeli umgekehrt Grabsteine, die auf einen Menschen hinweisen, vermeiden. Auf den Plaketten bei den Gräbern steht denn auch nur der Vorname der menschlichen Kundschaft, ohne Nachnamen oder Geburts- und Sterbedatum. «Wir sind in erster Linie ein Tierfriedhof und das soll auch so bleiben.»

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