Mit 21 an die Spitze der Grünen Baselland

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Bálint CsontosMit 21 an die Spitze der Grünen Baselland

Im Baselbiet übernimmt die Jugend das Ruder. Nach der SP werden nun auch die Grünen von einem Twen angeführt. Bálint Csontos startet mit Ambitionen ins Amt.

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Bálint Csontos übernimmt mit 21 Jahren die Führung der Grünen Partei Baselland.
Csontos folgt auf Florence Brenzikofer. Die 42-Jährige führte die Grünen während fünf Jahren.
Bei der SP ist der 24-jährige Adil Koller seit 2016 am Ruder. Er übernahm das Amt mit jungen 22 Jahren. Der politische Verbündete von Csontos weiss: «Das Präsidium ist kein leichtes Amt.»
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Bálint Csontos übernimmt mit 21 Jahren die Führung der Grünen Partei Baselland.

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«Das ist Zufall, dass ich das jetzt bin», sagt Bálint Csontos. Der 21-jährige Jungpolitiker wurde am Dienstagabend von der Parteiversammlung zum neuen Präsidenten der Grünen Baselland gewählt. Ganz so zufällig ist das nicht. Der Ramlinsburger Jungpolitiker wollte das Amt schliesslich auch. Er folgt auf die 42-jährige Florence Brenzikofer, die fünf Jahre an der Spitze der Partei war.

Csontos übernimmt keine leichte Aufgabe, das weiss er. «Die Herausforderung wäre aber auch in 20 Jahren nicht kleiner», sagt er und fügt an: «Ich nehme das sehr ernst.» Einer, der weiss, was auf Csontos zukommt, ist Adil Koller. Der 24-jährige übernahm im zarten Alter von 21 Jahren das Präsidium der SP. Zu Beginn als Co-Präsident mit der erfahrenen Regula Meschberger. «Das war sehr wichtig», sagt er. Csontos wird dagegen ins kalte Wasser geworfen.

«Wir werden abräumen»

Der 21-jährige Jus-Student ist politisch aber nicht unerfahren. Mit 19 wurde er bereits in den Gemeinderat seiner Wohngemeinde Ramlinsburg gewählt und zuletzt war er im Präsidium der jungen Grünen. An den Landratswahlen im Frühling 2019 will er auch den Einzug ins Kantonsparlament schaffen. «Wir werden so was von abräumen», sagt er mit breiter Brust. «Wir werden mit der besten Liste aller Zeiten antreten.»

Das sind mutige Ansagen für einen Novizen auf der kantonalen Politbühne. «Als Präsident wird man an Taten, Abstimmungen und Wahlresultaten gemessen», weiss Adil Koller. Dessen Bilanz nach zwei Jahren im Amt kann sich sehen lassen. Die SP hat acht Prozent mehr Mitglieder hinzugewonnen. «Der grösste Zuwachs seit 20 Jahren.» Und in Rekordfrist dieses Jahr die Prämieninitiative gesammelt. Kollers SP punktet mit finanzpolitischen Anliegen, setzt einen Kontrast zur Sparpolitik der bürgerlich beherrschten Regierung.

Csontos denkt hingegen in grösseren Zusammenhängen. Diese haben ihn auch in die Politik gedrängt. «Wer in die Welt schaut, muss sich engagieren», sagt er. Er spricht von der Klimakatastrophe, der Abkehr vom Öl. Es sei eine entscheidende Zeit für die Grünen. «Das Klima zwingt uns zum Handeln.» Auch lokal. Für seine Anliegen hofft er auch Allianzen mit Adil Koller eingehen zu können. «Die SP ist unser wichtigster Partner», so Csontos.

Beim Freisinn übernimmt ein Senior

Derweil übernimmt bei den Freisinnigen am Donnerstag aller Voraussicht nach ein Veteran das Präsidium. Paul Hofer wird mit 70 Jahren der älteste Parteipräsident im Kanton sein. «Alle Parteien haben Pensionierte, aber nicht alle haben auch die Jungen», spöttelt Koller. Für Peter Issler, Präsident der Findungskommission bei der FDP, ist das Alter kein Thema. «Konrad Adenauer war 73, als er Kanzler wurde», sagt er. Hofer habe Erfahrung, sei gut drauf und mache das gerne. «Zudem ist er voll berufstätig.» Er ist CEO eines Pharma-Start-ups. Immerhin Jungunternehmer.

Hofer hat im Gegensatz zu Koller und Csontos allerdings keinen Twitter-Account. Überhaupt scheinen Social Media bei den bürgerlichen Parteien noch kein grosses Thema zu sein. Die CVP-Präsidentin ist ebenfalls Twitter-abwesend und SVP-Präsident Oskar Kämpfer zwitschert nur sehr sporadisch zu einer kleinen Gefolgschaft.

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