Basel-StadtOpenairs im Elend - Freude bei Museen
Das andauernde Regenwetter im Juli stürzte Openair- Gastronomen ins Tal der Tränen. Derweil brummte das Geschäft mit Indoor-Aktivitäten.
Die Gäste blieben aus und der Umsatz fiel ins Bodenlose - so erging es im Schlechtwettermonat Juli vielen Betreibern von Locations im Freien. Doch was für die einen einer absoluten Katastrophe gleichkommt, ist für die anderen ein Segen: Museen und Kinos konnten sich über zahlreiche Besucher freuen.
Schon drei Vorstellungen des unter freiem Himmel am Hafen stattfindenden Artistik-Spektakel Cyclope mussten die Veranstalter aufgrund des schlechten Wetters verschieben. Eine weitere Show wurde wegen plötzlich aufkommendem Regen bei Halbzeit sogar abgebrochen. «Dennoch haben wir mit Basel als Standort Glück gehabt. Meistens hat es zur Vorstellungszeit am Abend nicht geregnet, obwohl es tagsüber noch sehr danach ausgesehen hatte», sagt Michèle With von der Showhouse AG.
Viel Hoffnung auf Sonnenschein im August
Noch düsterer sah es für die Openair-Gastronomie aus. Bis zu 60 Prozent Umsatzeinbussen hatte der Chill am Rhy trotz der sieben Zelte im verregneten Monat zu verbuchen. Insgesamt zwei Monate dauert das Chillen im Freien. «Wir hoffen, dass es im August besser wird», so Initiant Daniel Graber.
Optimistischer ist Buvette Kaserne-Betreiber Jérôme Beurret. «Es sah schlecht aus, aber es ist nicht allzu gravierend. Die nächsten Monate werden sicherlich wieder für einen Ausgleich sorgen», hofft er.
Grosse Hoffnung auf Sonnenstrahlen im August haben laut «Telebasel» auch die Basler Gartenbäder. Der Juli hat diesen die Bade-Saison nach einem guten Start ziemlich vermiest. Und die Zeit für den Badespass wird knapp, denn die Sommerferien gehen in zwei Wochen zu Ende. Sollte der August nicht besser werden, «wird man dieses Jahr definitiv als ein schlechtes abschliessen müssen», sagt Eric Hardmann Leiter Sportanlagen.
Angestellte kündigten
Auch die Landestelle hat es erwischt. Vier Tage blieb die Bar sogar geschlossen. «Schlimm ist es vor allem für das Personal», sagt Christian Lorenz, einer von drei Geschäftsführern. Anstatt versprochener 150 Stunden im Monat waren es im Juli lediglich 30 Stunden. Zwei Angestellte kündigten deswegen sogar ihren Job. Andere wurden anderweitig eingesetzt, etwa im Catering.
Auch das von der WM übrig gebliebene Zelt, welches zur Regenzeit hin und wieder aufgestellt wurde, brachte nur geringen Erfolg: Statt der 200 Gäste, die sonst bei gutem Wetter kamen, waren es nur etwa 30 am Tag. Trotzdem sieht Lorenz die positive Seite: «Das Wetter zu beobachten war sehr schön. Ausserdem hatten wir Zeit zu putzen», erklärt er.
Mussen und Kinos zufrieden
Den Museen und Kinos kommt das schlechte Wetter zur Sommerzeit jedoch gelegen: Viele Besucher zieht es nach drinnen, sobald es draussen nass wird. «Schlechtes Wetter ist für uns gutes Wetter. Wir sind sehr zufrieden», sagt Michael Mathis, Sprecher des Basler Kunstmuseums.
Höchste Zufriedenheit über den Regenmonat gab es auch bei der Kletterhalle K7 in Basel. «Es war viel los», sagt die Bereichsleiterin Daniela Nägelin. Vor allem der Ferienpass sei in der Zeit absolut lohnenswert gewesen.
Und auch die Kinos profitieren davon, wenn es wie aus Eimern schüttet. Laut Rolf Köchli, dem Sprecher der Pathé Kinos, hat der aktuelle Besucherandrang sogar die miesen Zahlen während der WM wieder kompensiert.