Polizei lässt Autos mit Gabelstapler umplatzieren

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Bahnhof ThunPolizei lässt Autos mit Gabelstapler umplatzieren

Ungewöhnliche Massnahme gegen Parksünder: In Thun wurden falsch parkierte Autos kurzerhand mit dem Gabelstapler weggestellt. Zahlen muss der Steuerzahler.

Katrin Freiburghaus
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Katrin Freiburghaus

Den Thunern bot sich am Samstagnachmittag ein ungewohnter Anblick: Beim Bahnhof wurden falsch parkierte Autos herumrangiert – mit einem Gabelstapler. Das beschädige doch die Autos, kritisierten Beobachter und knipsten Fotos, die sie auf Facebook stellten.

«Als ich vom Besuch aus einer Shisha-Bar zurückkehrte, stand mein BMW nicht mehr am ursprünglichen Abstellort», sagt ein betroffener Luzerner Autobesitzer. Seinen an der Rampenstrasse parkierten BMW fand er in der Nähe auf dem SBB-Parkplatz. Unter dem Scheibenwischer klemmte eine Busse von 40 Franken – Umtriebskosten für den «Abschleppdienst» wurden jedoch keine erhoben.

Angst vor Schäden

Die Rechnung für die Aktion bezahlt die Kantonspolizei Bern selbst. «Weil wir den Platz an diesem Nachmittag unbedingt für den Shuttle-Bus des FC Thun brauchten, haben wir die Umplatzierung angeordnet», sagt Polizeisprecher Oliver Burkhardt. Normalerweise würde Falschparkierern nur eine Busse ausgestellt und das Auto bleibe stehen. So müssten Lenker auch in diesem Fall den Aufwand nicht berappen.

Dass sein BMW mit einem Gabelstapler abgeschleppt wurde, findet der Luzerner nicht okay: «Ich werde das Fahrzeug nun genau auf Schäden überprüfen.» Der Gabelstapelfahrer, den die Kantonspolizei Bern aufgeboten hat, gibt allerdings Entwarnung: «Der Fahrzeugboden wird nicht beschädigt.» Er verwende auf den Gabeln spezielle Glasfaser-Auflagen. Auch habe er bei den seitlich parkierten Autos aus Platzgründen auf den Hubstapler zurückgreifen müssen. «Ich mache das seit 20 Jahren so», sagt der Unternehmer.

Spott im Internet

Die Bilder der umplatzierten Autos sorgten auf Facebook für Gesprächstoff. So steht in den Kommentaren: «Ich würde durchdrehen, wenn das mein Auto wäre.» Ein anderer schreibt «Selber schuld.» Und wiederum ein anderer meint spöttisch: «Wenn man in Thun falsch parkiert...»

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