Paraplegikerin Schwaller will Handbike-Rekord brechen

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Düdingen FRParaplegikerin Schwaller will Handbike-Rekord brechen

Spitzensportlerin Ursula Schwaller nimmt am grössten Velorennen Europas teil – sie tut dies mit einem Handbike als erste Frau. Die 300 Kilometer will sie in 14 Stunden schaffen.

Mira Weingartner
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Mira Weingartner
In drei Wochen nimmt die Freiburgerin Ursula Schwaller am europaweit grössten Velorennen in Schweden teil. Sie darf dank einer Ausnahmebewilligung mit ihrem Handbike starten - was sie als erste Frau überhaupt tut.
Sie will dabei den bisherigen Handbike-Rekord auf der 300 Kilometer langen Strekcen von 14 Stunden und elf Minuten brechen.
Die Chancen dazu scheinen intakt: Sie ist siebenfache Weltmeisterin und Paralympics-Athletin.
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In drei Wochen nimmt die Freiburgerin Ursula Schwaller am europaweit grössten Velorennen in Schweden teil. Sie darf dank einer Ausnahmebewilligung mit ihrem Handbike starten - was sie als erste Frau überhaupt tut.

In rund drei Wochen fällt am europaweit grössten Velorennen in Schweden der Startschuss: Die ab dem fünften Rückenwirbel gelähmte Paraplegikerin Ursula Schwaller aus Düdingen nimmt an der Vätternrundan teil – mit einem Handbike unter 22'000 Velofahrern. Dafür erhält sie eine Spezialbewilligung des Veranstalters, da eigentlich nur zweirädrige Rennräder zugelassen sind. Bisher waren nur Männer ebenfalls mit Handbikes dabei.

Den Rekord eines Mannes im Visier

«Für die 300 Kilometer rund um den schwedischen Vättern-See werde ich ungefähr 14 Stunden unterwegs sein», hofft sie. Damit würde sie den den aktuellen Handbike-Streckenrekord, aufgestellt von einem Mann, von 14 Stunden und elf Minuten unterbieten. Für die siebenfache Weltmeisterin im Zeitfahren und Strassenradsport dürften die Chancen dazu intakt sein. Als Paralympics-Athletin mit Medaillenerfolgen ist Schwaller an grosse Wettkämpfe gewohnt. Schwaller steckt nun mitten im Trainingsendspurt.

Nach dem Unfall zur Spitzensportlerin

Spitzenathletin wurde die seit jeher angefressene Sportlerin erst nach ihrem schicksalhaften Unfall. Im Winter 2002 stürzte die Architektin auf einer Schneeschuhwanderung über einen acht Meter hohen Felsvorsprung – beim Aufprall brach die Wirbelsäule. Von diesem Tag an ist sie ab dem fünften Rückenwirbel gelähmt. «Dass ich nie mehr laufen kann, wusste ich schnell. Dennoch setzte ich schon damals voll auf meine Zukunft», so die 39-Jährige.

Die Zukunft genutzt

Bereits drei Monate nach der Querschnittlähmung war die Freiburgerin mit ihrem neuen Handbike dem Temporausch verfallen. Nun, 13 Jahre später, schaut sie auf eine erfolgreiche Karriere zurück. «Hobbymässig widme ich mich neustens ganz der Langstrecken-Disziplin.» Auch von ihrer Arbeit als Architektin liess sich Schwaller nicht abhalten.

Besondere Unterstützung hat Ursula Schwaller von ihrem Partner Marcel Kaderli erhalten. Auch während des Rennens in Schweden wird er an ihrer Seite fahren. Die Radsportlerin ist in einem fünfköpfigen Athletenteam unterwegs – zwei weitere sind ebenfalls mit dem Handbike unterwegs.

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