SandsturmWüstenstaub: Heisse Grüsse für kalte Schweiz
Roter Schnee und brauner Regen – von der Romandie bis an den Bodensee sorgt Sahara-Sand für einen ungewöhnlichen Look. Grund dafür ist die Wetterlage.
Von Wengen bis aufs Jungfraujoch war die Landschaft am Dienstagmorgen im Kanton Bern rötlich-braun überzuckert – mit Sand aus der Sahara. «Eine solche Menge habe ich hier oben noch nie erlebt», sagt Rolf Wegmüller von Wengen Tourismus. Man habe etwa die Eisbahn extra putzen müssen, damit Touristen und Einheimischen ihre Bahnen ziehen konnten.
Aussergewöhnlich viele Sandwolken
Der Saharastaub hat eine lange Reise hinter sich – ein Wüstensturm wirbelte Millionen Sandkörnchen in Nordafrika auf und brachte sie bis ins Berner Oberland. «In diesem Winter war es der bisher stärkste Niedergang», bestätigt Feinstaubforscher Martin Gysel vom Paul-Scherer-Institut. Sogar der Grenzwert sei überschritten worden. Zwar geschehen solche «Staub-Events» im Jahresdurchschnitt einige Male pro Monat, doch: «In diesem Winter sind es atypisch viele – im Januar und Februar beobachtet man sonst kaum Sandniedergänge.» Grund dafür ist das milde Wetter: Dieses wird durch die häufigen Südwindlagen bestimmt, welche auch die Sandkörner von der heissen Wüste ins kalte Oberland blasen. «Und im Gegenzug schneit und regnet es bei dieser Wetterlage im Tessin», so Gysel.
Die Sandwolken zogen von der Romandie bis in die Ostschweiz. Leserreporter meldeten schmutzigen Regen und manche vermuteten gar, den ersten Blütenstaub auf ihrem Autodach gesehen zu haben (siehe Bildstrecke).