Luftwaffen-Sprecherin«Der Kampfjet musste so schnell fliegen»
Der Überschallknall eines F/A-18-Jets hat heute Morgen die Nordschweiz erschüttert. Luftwaffen-Sprecherin Delphine Allemand erklärt, weshalb das nötig war.

Eine F/A-18 der Schweizer Luftwaffe hat am Freitagmorgen die Bevölkerung erschreckt: Bei einer Flugzeugkontrolle durchbrach sie die Schallmauer.
Frau Allemand, heute um 10.30 Uhr hat es über der Schweiz einen Riesenknall gegeben. War es wirklich nötig, die Bevölkerung dermassen zu erschrecken?
Ja, denn im Rahmen einer «Live Mission» musste eine F/A-18 der Luftwaffe ein ziviles Flugzeug im Raum Zentralschweiz mit Flugrichtung Zürich kontrollieren und identifizieren. Man prüfte dabei, ob es sich effektiv um die angemeldete Maschine handelte. Solche spontanen Einsätze gehören zum Luftpolizeidienst.
Der Knall war extrem laut. Hat der F/A-18-Pilot einen Fehler gemacht?
Nein, er hat den Auftrag bekommen, dieses Flugzeug zu kontrollieren und zu identifizieren, deshalb musste der Kampfjet so schnell wie möglich zu der anderen Maschine fliegen.
Wie schnell war der Pilot denn unterwegs?
Die Geschwindigkeit bei einem Überschallflug liegt bei über 1200 Kilometern pro Stunde. Die genaue Geschwindigkeit ist allerdings abhängig von der Flughöhe und den Witterungsverhältnissen, beispielsweise von der Luftfeuchtigkeit.
Wie oft kommt es zu so einem Überschallknall?
Rund 160-mal pro Jahr – die Luftwaffe versucht allerdings den Luftpolizeidienst möglichst ohne Überschallflüge zu erfüllen.
Macht denn dieses Tempo in der kleinen Schweiz überhaupt Sinn?
Ja, je kleiner der Luftraum ist, desto schneller muss reagiert werden.
Werden Überschallflüge trainiert?
Ja. Ein Überschallknall ereignet sich, sobald das Flugzeug die Schallmauer durchbricht. Weil die körperliche Belastung immens ist und bei hohen Geschwindigkeiten die Reaktionszeit des Piloten abnimmt, sind Überschallflüge sehr anspruchsvoll. Sie erfordern deshalb ein regelmässiges Training.

Delphine Allemand arbeitet im Kommunikationsteam der Schweizer Luftwaffe