«Frau Blocher ...» – «Mein Name ist Martullo»

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Nationalrats-Debatte«Frau Blocher ...» – «Mein Name ist Martullo»

Magdalena Martullo-Blocher duldete kritische Fragen zur Unternehmenssteuerreform – aber nicht, dass man sie «Frau Blocher» nennt.

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Dass die Meinungen zur Unternehmenssteuerreform III im Parlament auseinander gehen, war zu erwarten. Umso mehr überraschte am Mittwoch hingegen eine Aussage von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher, wie das SRF berichtet.

Den Ratskollegen beantwortete sie auch kritische Fragen durchaus offen und geduldig. Unter anderem wurde die 46-Jährige darüber befragt, wie sie selber durch die Reform profitieren würde und wie viel Steuern sie im Kanton Zürich bezahle. Es seien rund 15 Millionen Franken, sagte sie ohne zu zögern.

Als SP-Nationalrat Beat Jans das Wort ergreift, unterläuft ihm ein fataler Fehler. Er spricht sein Gegenüber mit «Frau Blocher» an – doch so will die Mehrheitsaktionärin der EMS-Chemie nicht genannt werden. «Mein Name ist Martullo», fährt sie den 51-jährigen Basler an. Die Tochter von Christoph Blocher bringt Jans mit ihrer Aussage für kurze Zeit sichtlich aus dem Konzept, muss darüber aber selber lachen.

Steuererleichterungen

Die Unternehmenssteuerreform III gilt als eines der wichtigsten politischen Geschäfte der nächsten vier Jahre. Mit der Reform muss die Schweiz international nicht mehr akzeptierte Steuerprivilegien für Unternehmen aufgeben. Diese können mit neuen Begünstigungen rechnen.

Der Nationalrat konnte die Beratung der Vorlage am Mittwoch zwar nicht abschliessen. Im Lauf der unterbrochenen Debatte hat er sich aber für Steuererleichterungen entschieden, die weit über die Beschlüsse des Ständerats hinausgehen. Im Zentrum der Diskussion standen ein spezielles Steuersystem für Schifffahrtsunternehmen, die sogenannte Tonnage Tax, sowie die zinsbereinigte Gewinnsteuer auf überdurchschnittlich hohem Eigenkapital. (pat/sda)

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