Hacker enttarnen geheime Schweizer Elitetruppe

Aktualisiert

Cyber-Attacke auf RuagHacker enttarnen geheime Schweizer Elitetruppe

Bei der Attacke auf die Firma Ruag sind den russischen Hackern angeblich die Personendaten der über 30'000 Bundesangestellten sowie der militärischen Eliteeinheit AAD in die Hände gefallen.

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Die russischen Hacker haben dank ihrem Angriff auf den Rüstungskonzern Ruag wohl Zugang zu sensiblen Informationen über sämtliche Bundesangestellte und nationalen Parlamentarier. Seit letztem Jahr horte die Ruag über 30'000 Personendaten berichtet die «SonntagsZeitung». Demnach habe das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) die Daten 2015 an den Betrieb ausgehändigt.

Über den Grund der Datenlieferung schweigt sich die Behörde aus; «diese Datentransfers» hätten mit der Attacke «keinen Zusammenhang» gehabt, betont BIT-Mediensprecherin Sonja Uhlmann auf Anfrage einzig. Man müsse sich darauf verlassen können, «dass sich jeder einzelne geeignet gegen Cyberangriffe schützt.» Bei der Ruag heisst es mit Verweis auf die Untersuchung, man könne «nichts Neues zum Ausmass oder der Art und Weise eines Datenabflusses» berichten.

Dem Vernehmen nach sollen Firmenvertreter gegenüber Parlamentariern bestritten haben, dass besagte Personendaten abhanden gekommen seien. Dem widersprechen andere involvierte Personen allerdings vehement.

Auch VBS-Daten gestohlen

Auch die «NZZ am Sonntag» vermeldet unter Berufung auf gut informierte Quellen aus dem Verteidigungsdepartement (VBS), dass die Hacker den Zugang zu Personendaten erhalten hätten. Die Angreifer hätten alle Personalien der Angehörigen des Armee-Aufklärungsdetachements 10 abgegriffen. Diese Berufstruppe ist auf riskante Auslandeinsätze ausgerichtet, die Zahl sowie die Identität ihrer Angehöriger ist geheim, die Anonymität könnte nun aber bedroht sein. Unklar ist, welche Daten beim Angriff wirklich abgeflossen sind.

Im Verteidigungsdepartement (VBS) werde jedoch sogar geprüft, ob den Elitesoldaten für zivile Auslandreisen eine neue Identität gegeben werden müsse. Bundesrat Guy Parmelin hält dazu im Interview mit der «NZZ am Sonntag»lediglich fest, der Angriff sei auf die Ruag und nicht auf das VBS erfolgt.

In einer Zwischenbilanz hält der Präsident der Geschäftsprüfungsdelegation Alex Kuprecht gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» fest, dass der Rüstungsbetrieb und das VBS zu eng verwoben seien.

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