FDP wird stärkste Partei – SVP stürzt ab

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Gfs-UmfrageFDP wird stärkste Partei – SVP stürzt ab

Bürgerliche Wählerinnen und Wähler laufen in Scharen von der SVP zu anderen Parteien über. Das zeigt eine Umfrage nach dem DSI-Nein.

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Am Wahltag lag die FDP noch deutlich hinter der SVP: SVP-Präsident Toni Brunner (r.) und FDP-Präsident Philipp Müller beobachten die Entwicklung der Resultate im Bundeshaus. (18. Oktober 2015)

Am Wahltag lag die FDP noch deutlich hinter der SVP: SVP-Präsident Toni Brunner (r.) und FDP-Präsident Philipp Müller beobachten die Entwicklung der Resultate im Bundeshaus. (18. Oktober 2015)

Keystone/Alessandro della Valle

Die Niederlage in der Abstimmung über die Durchsetzungsinitiative stürzt die SVP laut einer Umfrage in ein Popularitätstief. Das Forschungsinstitut GFS stellte kurz nach dem Nein zur Initiative, mit der die SVP straffällige Ausländer kompromisslos des Landes verweisen wollte, 1103 Personen, die an der Abstimmung teilgenommen hatten, die Frage: Wenn nächstes Wochenende Wahlen wären, welcher Partei würden Sie Ihre Stimme geben? Das Ergebnis liegt dem «SonntagsBlick» vor.

Für Gfs-Leiter Claude Longchamp zeigt das Resultat, dass «gerade bei der FDP die Mobilisierung massgeblich ist». Gingen für die Abstimmung zur Durchsetzungs-Inititative 63,1 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne, so waren es bei den Wahlen im Herbst nur 48,5 Prozent. Das ist eine Differenz von rund 15 Prozent. Diese Stimmberechtigten sympathisierten laut der Gfs-Umfrage «grossmehrheitlich» mit der FDP. Die Freisinnigen hätten deshalb «bei konsequentem Neuauftritt Spielraum nach oben».

«Unser Potenzial ist enorm gross»

Der scheidende FDP-Chef Philipp Müller kommentiert das Resultat im «SonntagsBlick» zurückhaltend. Es handle sich lediglich um eine Momentaufnahme. Er glaubt aber, ein grosser Teil der Bevölkerung habe die eigenständige FDP-Position im Bereich der Ausländerpolitik wahrgenommen – «und diese Position mitgetragen». Wenn sich ihre Vertreter anstrengten, könne die Partei durchaus mobilisieren. «Unser Potenzial bei Wahlen ist enorm gross», lässt sich Müller zitieren.

Das Umfrageergebnis hat laut dem «SonntagsBlick» eine Fehlermarge von plus/minus 2,6 Prozent.

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