Beschwerde eingereichtWie terrorsicher ist das AKW Mühleberg?
Eine Beschwerde fordert, dass das AKW Mühleberg auf den Schutz vor Terroranschlägen untersucht werden soll. Die Atomaufsicht Ensi sagt, die Schweizer AKW seien sicher. Zuletzt wurde das allerdings widerlegt.

Eine Untersuchung von 2003 zeigt, dass das AKW Mühleberg nicht auf den Schutz vor gezielten Flugzeugabstürzen ausgelegt ist. (Bild: Keystone)
Der Anwalt Rainer Weibel will beim Departement von Bundesrätin Doris Leuthard eine neue Beschwerde gegen das AKW Mühleberg einreichen, wie er der NZZ am Sonntag sagt. Damit will er erreichen, dass Mühlebergs Schutz vor terroristischen Flugzeugabstürzen untersucht wird.
Die Initiative kommt unter anderem von Max Tobler, einem AKW-Gegner, der 30 Jahre lang Swissair-Pilot war. «Jeder kann mithilfe von Landkarten im Internet einen Anflug direkt auf Mühleberg programmieren», sagt er. Dass ein Anflug auf Mühleberg möglich wäre, bestreitet auch die Schweizer Atomaufsicht Ensi nicht. Nachdem der Ensi-Rat Tobler im Sommer angehört hatte, dankte ihm Präsidentin Anne Eckhardt in einer E-Mail für seine «substanziellen» Informationen.
Zu wenig Schutz vor Flugzeugabstürzen
Das Ensi prüfe nun, inwieweit Ensi-Studien «neuen Erkenntnissen zum gezielten Flugzeugabsturz» anzupassen seien. In einem Brief, den Tobler vor wenigen Wochen von Eckhardt erhielt, doppelt diese nach: «Der Ensi-Rat kann Ihre Überlegungen zur Zielsicherheit mit der bordeigenen Navigation (...) grundsätzlich nachvollziehen.» Dann schreibt Eckardt aber, die Schweizer AKW seien sicher.
In einer Ensi-Untersuchung von 2003 steht indes explizit, die ältesten Schweizer AKW Beznau und Mühleberg seien nicht ausgelegt auf den Schutz vor gezielten Flugzeugabstürzen. Ebenso entspricht die Wandstärke des Reaktors in Mühleberg laut dem kernenergiefreundlichen Verein Nuklearforum nicht den Anforderungen, welche die Aufsichtsbehörde 1986 zum Schutz gegen Crashs definierte.