Pegida Schweiz wirft Ignaz Bearth raus

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Streit mit BachmannPegida Schweiz wirft Ignaz Bearth raus

Ignaz Bearths öffentlicher Zoff mit dem deutschen Pegida-Chef Lutz Bachmann hat Folgen: Der Schweizer Ableger von Pegida gibt Bearth den Laufpass.

Marco Lüssi
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Marco Lüssi

Die Freundschaft zwischen dem St. Galler Aktivisten Ignaz Bearth (32) und Lutz Bachmann (43), Pegida-Gründer aus Dresden, ist zerbrochen: In einem Facebook-Post vom Samstag sprach der deutsche Pegida-Chef seinem Schweizer Kollegen das Recht ab, die Bewegung zu repräsentieren.

Bearth schlug zurück, indem er noch am gleichen Tag Videobotschaften ins Netz stellte, in denen er Bachmanns Aussagen als «unglaubliche Frechheit» geisselte – und unter anderem sagte: «Lutz ist nicht unser Führer!»

Bearth hat «Redeverbot für alle Pegida-Ableger»

Nun sah man sich auch bei Pegida Schweiz gezwungen, auf den Fight der beiden Streithähne zu reagieren. In einer am Sonntagabend veröffentlichten Stellungnahme schreiben Mike Spielmann und Tobias Steiger im Namen des Schweizer Ablegers, was zwischen Bachmann und Bearth passiert sei, sei ein «unglaublicher Showdown».

Die Konsequenz: Bearth sei nun kein Ansprechpartner mehr bezüglich Pegida Schweiz. Die offiziellen Absprachen mit Dresden würden Spielmann und Steiger übernehmen. Und Bearth habe von Dresden ein «Redeverbot für alle Pegida-Ableger» erhalten.

Pegida Schweiz will eigene Partei gründen

Zudem wirkt sich der Streit empfindlich auf die Mitgliederzahl der von Bearth präsidierten Mini-Partei, der Direktdemokratischen Partei Schweiz (DPS), aus: Spielmann und Steiger legen ihre Parteiämter nieder und treten aus der DPS aus, für die sie noch im letzten Herbst bei den Nationalratswahlen angetreten waren. Stattdessen wollen sie – «in Absprache mit Dresden» – im Frühling eine eigene Partei gründen.

Zu entnehmen sind der Stellungnahme von Pegida Schweiz auch Hintergründe zum Zerwürfnis zwischen Bachmann und Bearth, der in der Vergangenheit immer wieder an Pegida-Demos in Dresden Hetzreden hatte halten dürfen: Schon länger habe es zwischen ihnen «persönliche Differenzen» gegeben. Bachmann habe Bearth schon vor einigen Monaten wegen seiner «etwas lauteren Redensart» kritisiert. Obwohl der Dresdner Pegida-Chef zugleich Bearth für die von ihm vermittelten Inhalte und seine Zuverlässigkeit gelobt habe, sei dies Bearth «in den falschen Hals geraten». Er habe Bachmann daraufhin «entfreundet».

Facebook-Schreibrechte entzogen

Ihrerseits in den falschen Hals geraten ist den Schweizer Pegida-Kollegen von Bearth, dass dieser seine Anti-Bachmann-Videos auf der Facebook-Seite von Pegida Schweiz teilte: «Wir wollen niemandem als Plattform dienen, um einen persönlichen Konflikt auszutragen.»

Als sie die Videos wieder gelöscht hätten, habe Bearth Spielmann und Steiger die Schreibrechte für die Facebook-Seite entzogen. Deshalb sei man gezwungen gewesen, für Pegida Schweiz eine neue Facebook-Seite einzurichten. Man habe vergeblich versucht, mit Bearth das Gespräch zu suchen, um die Angelegenheit zu klären. Für 20 Minuten war Bearth am Montag nicht erreichbar.

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