Hisham MaizarPräsident der Schweizer Muslime gestorben
Hisham Maizar ist am Donnerstag im Alter von 73 Jahren gestorben. Er war Präsident des grössten Verbands muslimischer Organisationen.

Hisham Maizar, Praesident der Foederation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS), verstarb am Donnerstag im Alter von 73 Jahren.
Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (Fids), ist heute Vormittag verstorben, wie der Verband mitteilte. «Sein Tod ist nicht nur für die Familie, sondern für uns alle ein grosser Verlust. Möge Allah ihm einen schönen Platz im Paradies zuteilwerden und ihm seine Barmherzigkeit erweisen», heisst es auf der Homepage.
Maizar war seit 2006 Präsident der Föderation der Islamischen Dachorganisationen. Mit über 150 Islam-Zentren präsidierte er damit die grösste islamische Organisation der Schweiz. Zusammen mit der zweiten muslimischen Organisation in der Schweiz, der Koordination Islamischer Organisationen, plante Maizar ein nationales muslimisches Parlament, das den Muslimen auf nationaler Ebene eine Stimme geben sollte. Bei der öffentlichen Anerkennung des muslimischen Glaubens plädierte Maizar jedoch für Zurückhaltung. «Zuerst muss in der Bevölkerung das Vertrauen zu den Muslim-Organisationen wachsen», sagte er 2007 in der «NZZ». Das brauchte Zeit und den kontinuierlichen Dialog.
Saïda Keller-Messahli vom Forum für einen fortschrittlichen Islam lernte Hisham Maizar als offenen und dialogbereiten Menschen kennen. «Bei verschiedenen Treffen in Arbeitsgruppen habe ich ihn trotz Differenzen über die Ausrichtung des Islams als freundliche und engagierte Person geschätzt», sagt sie.
Hisham Maizar wurde 1942 in Jerusalem geboren. 1959 kam er durch ein Stipendium nach Sarajevo, wo er ein Slawistik-Studium begann, das er jedoch nicht beendete. Er studierte dann Medizin in Heidelberg, erhielt eine Stelle am Kantonsspital in Chur und arbeitete von 1980 bis zu seiner Pensionierung als Arzt im thurgauischen Roggwil.