Am Abend vor ihrem Tod assen sie Raclette

Aktualisiert

Opfer von RupperswilAm Abend vor ihrem Tod assen sie Raclette

«Aktenzeichen XY» dreht einen Beitrag über den Vierfachmord von Rupperswil. Dieser zeigt unter anderem, wie die Opfer den Abend vor ihrem Tod verbrachten.

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In Deutschland wird derzeit für die ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY» ein Beitrag zum Vierfachmord von Rupperswil gedreht. Am 8. Juni soll er ausgestrahlt werden und der Aargauer Kantonspolizei zu Hinweisen verhelfen, um die Tat endlich aufklären zu können.

20 Minuten hat Bilder vom Dreh erhalten. Sie zeigen die Familie Schauer, den Lebenspartner von Carla Schauer und die Nachbarin beim Raclette. Die Szene beschreibt den Vorabend des Mordes. Und sie entspricht den Tatsachen: Ina-Maria Reize-Wildemann, Chefredaktorin von «Aktenzeichen XY», sagt: «Dass die Familie am Abend vor der Tat Raclette ass, hat uns die Polizei berichtet.»

Heitere Stimmung am Abend vor der Tat

Die Stimmung scheint heiter. Ein weiteres Bild zeigt ein Selfie, das Sohn Dion (19) schiesst. Gewisse Details offenbaren jedoch, dass die deutschen Fernsehleute nicht so genau wissen, wie es beim Raclette-Essen zugeht: Die Familie trinkt zum Käse Rotwein, die Kartoffeln sind untypischerweise geschält.

Die fröhliche Stimmung währte nicht lange. Am nächsten Morgen wollte die Nachbarin den Hund der Schauers abholen. Mutter Carla verhielt sich damals sehr wortkarg, erzählte die Frau später den Medien. Kurz nach dieser Begegnung sahen die Nachbarn Rauch aus der Wohnung steigen. Den Rettungskräften bot sich ein grausamer Anblick: Mutter Carla, die Söhne Dion und Davin sowie Dions Freundin Simona lagen gefesselt und erstochen in der Wohnung, der oder die Täter hatten versucht, die Leichen zu verbrennen.

Aufklärungsquote bei 42 Prozent

Trotz intensivster Ermittlungen konnte die Täterschaft bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Bekannt ist, dass Carla Schauer am Morgen des 21. Dezember 2015 noch bei zwei Banken Geld abhob. Was es damit auf sich hat, ist nicht restlos geklärt. Mit dem «Aktenzeichen XY»-Beitrag könnte sich das ändern. Für Hinweise, die zum Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft bereits eine Belohnung von 100'000 Franken ausgesetzt.

Für die Polizei besteht durchaus Hoffnung. Ina-Maria Reize-Wildemann sagte kürzlich zur «Aargauer Zeitung», dass die Aufklärungsquote der Sendung bei 42 Prozent liege.

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