Der Bestatter greift in die Billag-Schlacht ein

Publiziert

Mike MüllerDer Bestatter greift in die Billag-Schlacht ein

Pünktlich zum Start der 6. Staffel des Bestatters wird Mike Müller zum Aushängeschild der Kampagne gegen No Billag.

daw
von
daw
Der Bestatter geht auf Stimmenfang.
Ein zweites Sujet warnt davon, dass bei einem Ja die Sendung «Echo der Zeit» nicht mehr produziert würde.
Mike Müller sagt zu seinem Engagement, dass man über den Service public streiten solle und müsse. «Schweizerdeutsche Serien wie ‹Wilder› oder ‹Der Bestatter› lassen sich aber nur mit Gebühren finanzieren.»
1 / 3

Der Bestatter geht auf Stimmenfang.

Pistole in der Hand, konzentrierter Blick: In dieser Pose ist Mike Müller auf dem ersten Kampagnensujet des Komitees «Nein zum Sendeschluss» zu sehen. Darüber ist zu lesen: «Weniger Vielfalt, ‹kein Bestatter›». Zudem wird vor der «Abschaffung von Schweizer Radio- und TV-Sendern» gewarnt.

Dass Mike Müller sich pünktlich zum Beginn der 6. Staffel der beliebten Krimiserie «Der Bestatter» am 2. Januar gegen die Abschaffung der Empfangsgebühren engagiert, bezeichnet Kampagnenleiter Mark Balsiger als Glücksfall. «‹Der Bestatter› mit Mike Müller in der Hauptrolle ist ein typisch schweizerischer Krimi, der quer durch alle gesellschaftlichen Schichten gut ankommt.»

Das Sujet rufe in Erinnerung, dass ein Ja zu No Billag solche Serien beerdigen würde. Dabei lasse der Initiativtext keinen Interpretationsspielraum offen. Unterhaltung gehöre laut der Bundesverfassung aber genauso zum Service-public-Auftrag wie die Information.

«Serien lassen sich nur mit Gebühren finanzieren»

Mike Müller sagt zu seinem Engagement, dass man über den Service public streiten solle und müsse. «Schweizerdeutsche Serien wie ‹Wilder› oder ‹Der Bestatter› lassen sich aber nur mit Gebühren finanzieren. Private oder ausländische Anbieter können Serien für einen so kleinen Markt nicht finanzieren.» Die Frage sei also: «Wollen wir uns das leisten? Die Frage kann man mit guten Argumenten verneinen. Ich fände es schade, zugegebenermassen als Macher, aber eben auch als Zuschauer.»

Die Präsidenten von SP und CVP hatten zuletzt verlangt, dass sich SRG-Mitarbeiter im Abstimmungskampf zurücknehmen. CVP-Chef Gerhard Pfister sagte in der «SonntagsZeitung»: «Die Mitarbeitenden der SRG sind viel zu offensiv.» Das Untergangsargument werde als Drohung von den Stimmbürgern nicht ernst genommen.

Den Schauspieler beeindruckt das nicht. Er betont, dass er nie bei der SRG angestellt war und derzeit auch nicht als Selbständigerwerbender für den Betrieb arbeitet. «Ausserdem wird in der Schweiz nur politisch entmündigt, wer eine Strafe absitzt. Das ist bei mir derzeit nicht der Fall.» Dann stichelt er gegen die Christdemokraten: «Wenn die CVP fortan bei Geschäften zum Gesundheitswesen oder zu Rüstungsexporten in den Ausstand tritt, weil ihre National- und Ständeräte von diesen Branchen alimentiert werden, halte ich sofort die Klappe.»

Deine Meinung zählt