Der heisseste Juli aller Zeiten

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Hitzewelle 2015Der heisseste Juli aller Zeiten

Die Schweiz wird erneut von einer Hitzewelle überrollt. Meteorologen rechnen damit, dass dieser Juli als heissester Monat in die Geschichte eingeht.

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Mittel der Wahl gegen die Hitze: Besucher erfrischen sich in der Badeanstalt in Mendrisio TI. (14. Juli 2015)
Ein Hut zum Schutz vor der Sonne kann nicht schaden.
Die ganze Schweiz zog es während der ersten Hitzewelle bis zum 7. Juli ans Wasser: Leute erfrischen sich bei einem Wasserfall in der Maggia. (4. Juli 2015)
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Mittel der Wahl gegen die Hitze: Besucher erfrischen sich in der Badeanstalt in Mendrisio TI. (14. Juli 2015)

Keystone/Gabriele Putzu

Die Schweiz muss sich erneut auf drückende Temperaturen einstellen: Gemäss Meteo Schweiz ist ab morgen in den Niederungen wieder mit einer Hitzewelle zu rechnen, die Temperaturen dürften teilweise auf weit über 30 Grad klettern.

Bleibt es bis zum Monatsende heiss, wovon Meteorologen derzeit ausgehen, könnte der Juli 2015 in weiten Teilen der Schweiz als bislang wärmster Juli oder sogar als wärmster Monat überhaupt in die Geschichte eingehen. «Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass es so kommt», sagt Thomas Schlegel, Klimatologe bei Meteo Schweiz. Es müssten nur die Rahmenbedingungen gegeben sein.

«Diese Temperaturen sind nicht normal, sie sind extrem und aussergewöhnlich», betont Schlegel. Dennoch steige wegen der Klimaerwärmung die Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen dieses Ausmasses. Im Vergleich zum Beginn der Messungen vor rund 150 Jahren lägen die Durchschnittstemperaturen im Sommer heute etwa 1,5 Grad höher. Um Rekorde zu erreichen, brauche es jedoch auch die entsprechenden Wetterlagen. Daher sei nicht in jedem Jahr mit Hitzeperioden wie der aktuellen zu rechnen.

Temperaturen bis 37 Grad

In den Niederungen der Alpennordseite steigen die Temperaturen auf 31 bis 36 Grad, voraussichtlich gilt eine Hitzewarnung der Stufe 3. In den Niederungen vom Mittel- und Südtessin werden Werte zwischen 31 und 33 Grad erreicht. Im Zentralwallis sind Höchstwerte von 34 bis 37 Grad vorhergesagt. Im Wallis und im Norden dauert die Hitzewelle bis zum Samstag an, auf der Alpensüdseite könnte sie noch länger andauern.

In der ersten Juliwoche erlebte die Schweiz eine der extremsten Hitzewochen seit Beginn der systematischen Messungen vor mehr als 150 Jahren. In Genf wurden Rekordwerte von bis zu 39,7 Grad gemessen. Bislang liegen die Juli-Temperaturen etwa 4 bis 6 Grad über den langjährigen Mittelwerten von 1981 bis 2010.

Luft aus Subtropen ist schuld

Grund für die nächste Hitzewelle ist ein Hochdruckrücken über dem Mittelmeerraum, der feuchtheisse Luft aus den Subtropen nach Europa transportiert. Die Herkunft der Luftmassen und eine lang anhaltende Schönwetterperiode seien ausschlaggebend für eine Hitzewelle, erläutert Schlegel.

Auch für die ersten Augustwochen rechnet Meteo Schweiz mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen.

Absolutes Feuerverbot im Tessin und Berner Gemeinden

Die Tessiner Behörden verfügen ein absolutes Feuerverbot im Freien. Mit Ausnahme der Kantone Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden sowie Genf herrscht in der ganzen Schweiz erhebliche, grosse oder sogar sehr grosse Waldbrandgefahr. Für weite Teile der Schweiz zeigt das Naturgefahrenbulletin des Bundes zudem eine erhebliche Gefahr für Hitze an - Stufe 3 von 5.

Im Kanton Jura, wo laut Bundesamt für Umwelt (Bafu) die höchste von fünf Waldbrandgefahrenstufen gilt, erliessen die Behörden am Mittwoch ein Feuerverbot im Wald und in der Nähe von Wäldern. Dasselbe verfügte ab Donnerstagmittag auch der Kanton Aargau.

Die Berner Gemeinden Brienz, Brienzwiler, Hofstetten, Oberried und Schwanden am Brienzersee haben ebenfalls ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe erlassen, obwohl der Kanton sich vorerst dagegen entschieden hat und auf die Vernunft der Bevölkerung setzt. (SDA)

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