Katzen essen soll in der Schweiz verboten werden

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Petition gestartetKatzen essen soll in der Schweiz verboten werden

Schweizer Haustierbesitzer dürfen ihre Katzen und Hunde essen, sofern sie diese ordnungsgemäss töten. Das will eine Tierfreundin aus Neuenburg jetzt ändern.

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Katzen sollen nur noch Stubentieger und keine Mahlzeit mehr sein, verlangt die Neuenburgerin Tomi Tomek.

Katzen sollen nur noch Stubentieger und keine Mahlzeit mehr sein, verlangt die Neuenburgerin Tomi Tomek.

In der Schweiz ist der Handel mit Katzenfellen seit 2013 verboten. Doch das eigene Haustier zu verspeisen ist legal. Für die Katzenliebhaberin Tomi Tomek, Mitbegründerin von SOS Chats in Noiraigue NE, ist das ein unhaltbarer Zustand. Sie hat deshalb eine Petition gestartet, um das Essen von Mauzi und Bello zu verbieten.

«Wir verlangen nicht weniger als ein neues Gesetz gegen den Handel und den Konsum von Hunde- und Katzenfleisch in der Schweiz», sagt sie zu «Le Matin». Sie habe in zehn Tagen bereits mehr als 9300 Unterschriften sammeln können.

Die Forderung scheint bei den Leuten anzukommen. «Weil die Tiere zur Familie gehören, und die Familie massakriert man nicht», schreibt eine Befürworterin auf Mesopinions.com, wo die Unterschriften unter anderem gesammelt werden. «Ich wusste nicht, dass die Schweiz eine chinesische Provinz ist», schreibt eine andere.

Nächster Schritt: Bundesbern

Katzen und Hunde sind nicht als Lebensmittel im Gesetz verankert, heisst es beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). «Sie dürfen also nicht als Speise verkauft, gespendet oder angeboten werden», so Sprecherin Eva van Beek. Den Besitzern könne man aber nicht verbieten, ihr Haustier zu essen, solange sie die Tierschutzverordnung einhalten.

Für Tomek ist das unvorstellbar: «Diese Haustiere sind Teil der Familie, sie dürfen nicht auf dem Essteller landen.» Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Katzenliebhaberin bereits den nächsten Schritt geplant: «Ich suche einen Parlamentarier, der die Petition nach Bern bringen wird. Und ich werde ihn finden.»

«Fleisch ist Fleisch»

Das Verspeisen von Katzen und Hunden ist in der Schweiz nicht allzu weit verbreitet. Trotzdem werden immer wieder Fälle bekannt. Bereits 2011 hegte der «Blick» den Verdacht, dass im Aargau ein Katzenfresser unterwegs sei. Ende 2012 machte der «Tages-Anzeiger» publik, dass ein Landwirt aus Appenzell Hunde und Katzen schlachtet und als Mostbröckli serviert. «Fleisch ist Fleisch», sagte ein anderer Bauer aus dem St. Galler Rheintal.

Und damit stehen sie nicht alleine da. Obwohl es schwierig ist, jeden Fall aufzudecken, gelten das Rheintal, Appenzell und die Innerschweiz als Hochburgen der Haustier-Gourmets. Geht es nach Tomek, soll aber auch dort bald kein Stubentiger mehr auf dem Teller landen.

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