Oprahs Täschligate macht jetzt Tierschützer sauer

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Warum eine Kroko-Tasche?Oprahs Täschligate macht jetzt Tierschützer sauer

Dass sich Oprah Winfrey für eine Tasche aus Krokodil-Leder interessiert, finden Tierschützer daneben. Die Tiere müssten für solche Taschen massiv leiden.

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Oprah Winfrey gibt sich gerne als Tierschützerin. Deshalb wurde sie im Jahr 2008 von der weltweit grössten Tierrechtsorganisation Peta zur «Tierschützerin des Jahres» gewählt. So setzte sich die US-Talkmasterin unter anderem gegen das Tragen von Pelz ein. Weniger Freude dürfte hingegen die Tierrechtsorganisation bei der Tatsache haben, dass sich Oprah in der Edelboutique «Trois Pommes» für eine Handtasche interessiert haben soll, die aus Krokodil-Leder ist.

Denn Peta setzt sich unter anderem massiv gegen die Verwendung von exotischen Tierhäuten ein. «Jahr für Jahr fallen der herzlosen Mode Millionen von Schlangen, Echsen, Alligatoren und Krokodilen zum Opfer», schreibt Peta auf ihrer Website. «Alligatoren in der Intensivzucht werden in winzigen Anlagen, mit bis zu 600 Tieren in einem Gebäude, gehalten. Dort stinkt es nach ranzigem Fleisch, Ausscheidungen und abgestandenem Wasser», heisst es weiter. Und: «Obwohl Alligatoren in freier Wildbahn bis zu 60 Jahre alt werden können, schlachtet man sie auf den Farmen meist noch vor ihrem 4. Geburtstag.»

Krokodile werden mit Hammer totgeschlagen

Auch die Schweizer Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» verurteilt gemäss einem Beitrag von «Telezüri» das Verwenden von Krokodil-Leder. «Wir wissen nicht, ob Frau Winfrey die Tasche tatsächlich kaufen wollte. Aber als Tierschützerin sollte man eigentlich wissen, dass die Krokodile für solche Handtaschen leiden müssen», sagt Chantal Häberling, Mediensprecherin von Vier Pfoten, gegenüber 20 Minuten. «Die Tiere werden in extrem kleinen Gehegen gehalten», sagt Häberling. Um sie zu töten, werden bei einigen Farmen den Tieren mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen. «Es dauert manchmal zwei Stunden, bis sie tot sind.» Deshalb fordere «Vier Pfoten» ein Importverbot für exotische Tierhäute. «Es gibt schliesslich genügend Imitate für den Reptilien-Look.»

Mittlerweile hat sich auch die Verkäuferin der Edel-Boutique Trois Pommes geäussert. «Ich kann seit Tagen nicht mehr schlafen. Ich fühle mich wie in der Mitte eines Wirbelsturms. Total machtlos, auch ausgeliefert», sagt sie im «SonntagsBlick.» Die Verkäuferin weisst jegliche Rassismus-Vorwürfe zurück. «Ich fragte sie sogar, ob sie die Tasche genauer anschauen wolle. Frau Winfrey hat sich nochmals im Geschäft umgeblickt, aber nichts mehr gesagt», sagt sie. Dass sie gesagt haben soll, Winfrey können sich die Tasche nicht leisten, sei absurd. «So etwas würde ich zu einem Kunden nie sagen. Wirklich nicht! Gute Manieren und Höflichkeit sind das A und O in diesem Geschäft.»

Tasche ist für Winfrey tatsächlich zu teuer

Auch Winfrey selber äusserte sich am Freitagabend nochmals zum Vorfall. Gemäss der «NZZ am Sonntag» schrieb sie auf Twitter: «Sieht so aus, als ob mir die Verkäuferin tatsächlich einen Gefallen getan hat. Die Tasche kostete 38'000 Dollar! Sie hatte recht – die Tasche hätte ich nicht gekauft.» Ob Oprah tatsächlich in Zürich schlecht behandelt wurde, wird in den USA von einigen Medien in Frage gestellt. So betrachtet die Nachrichtenseite «Politico» die Vorwürfe als Teil einer Publicity-Kampagne. Oprah wolle für ihren neuen Film «The Butler» werben. Obendrein engagiere sie sich für den afroamerikanischen Politiker Cory Booker, der 2014 Senator werden will. Indem sie den Vorfall vom Juli jetzt aufbringt, könnte Winfrey also versuchen, auf ihre anderen Anliegen aufmerksam zu machen.

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