Pegida Schweiz sagt Demonstration ab

Aktualisiert

Rückzieher der IslamgegnerPegida Schweiz sagt Demonstration ab

Pegida Schweiz plante für den 16. Februar eine erste Demo. Doch die ist nun abgesagt. Die Organisatoren begründen dies mit dem «erhöhten administrativen Aufwand».

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Mit diesem Flyer warb Pegida Schweiz für eine Demonstration am 16. Februar. Doch diese findet nicht statt: Als Grund nennt der Verein den «erhöhten administrativen und organisatorischen Aufwand».
Als Sprachrohr von Pegida Schweiz war zuerst Ignaz Bearth, ehemaliges Mitglied der rechtsextremen Pnos, aufgetreten. Er ist mittlerweile von seinem Amt zurückgetreten.
In Deutschland lockte Pegida Tausende auf die Strassen. Doch auch dort befindet sich die Bewegung derzeit in einer tiefen Krise.
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Mit diesem Flyer warb Pegida Schweiz für eine Demonstration am 16. Februar. Doch diese findet nicht statt: Als Grund nennt der Verein den «erhöhten administrativen und organisatorischen Aufwand».

Facebook

Am 16. Februar hätte die erste Pegida-Montagsdemo in der Schweiz stattfinden sollen. Dies hatte der Verein Pegida Schweiz Anfang Januar angekündigt. Wo die Kundgebung veranstaltet werden sollte, gaben die Islamgegner nie bekannt. Und jetzt ist klar: Die Demo findet gar nicht statt. Das schreibt Pegida Schweiz auf ihrer Facebook-Seite.

Die «mediale und politische Nachfrage» sei grösser als erwartet, und damit auch der «organisatorische und administrative Aufwand», lautet die Begründung für die Absage. Offenbar soll die Demo aber nicht endgültig abgeblasen, sondern nur auf später verschoben werden: Der erste Abendspaziergang werde «neu angesetzt», schreibt Pegida Schweiz.

Die Juso Schweiz war darauf vorbereitet, auf die Pegida-Kundgebung mit einer Gegen-Demonstration zu reagieren. Auch diese entfällt nun. Juso-Präsident Fabian Molina: «Sollte es zu einem späteren Zeitpunkt doch noch eine Pegida-Kundgebung geben, werden wir natürlich dagegen auf die Strasse gehen.» Doch er bezweifle stark, dass Pegida Schweiz noch einen Anlass zustande bringen werde. Molina: «Diese Gruppe ist entweder so zerstritten oder so klein, dass sie mit der Organisation einer Demo offenbar völlig überfordert ist.»

Turbulenzen um Sprecher

Als Sprachrohr der Bewegung war im Januar noch Ignaz Bearth aufgetreten, Präsident der kleinen Direktdemokratischen Partei der Schweiz und ehemaliges Pnos- und SVP-Mitglied. Er bescherte Pegida-Schweiz jedoch Negativschlagzeilen – wegen seiner mutmasslichen Vergangenheit in der rechtsextremen Szene, gekaufter Facebook-Likes und eines beleidigenden Posts über Angela Merkel, der Ermittlungen der Bundesanwaltschaft nach sich zog. Mitte Januar trat Bearth von seinem Amt als Pegida-Sprecher zurück – sein Nachfolger ist namentlich nicht bekannt.

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