SexgewerbeProstituierte gründen eigene Gewerkschaft
150 Prostituierte aus Genf kämpfen zusammen für bessere Arbeitsbedingungen. Mit der ersten eigenen Gewerkschaft wollen sie sich unter anderem vor der neuen Billigkonkurrenz schützen.

Prostituierte in Genf setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen ein.
Das wohl älteste Gewerbe der Welt erhält seine erste Gewerkschaft in der Schweiz. In Genf haben sich 150 Prostituierte zusammengetan und das Syndikat der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter STTS gegründet.
Mit diesem Schritt wollen sich die Frauen unter anderem gegen die Billigkonkurrenz aus dem Ausland und horrende Mietpreise wehren. «Ein paar Mädchen zahlen für ihre Zimmer bis zu 3000 Franken im Monat. Wenn sie eines mit Küche wollen, kostet dies gar 150 Franken am Tag», sagt die Gewerkschaftsinitiantin und Prostituierte Angelina gegenüber «Le Courrier».
Weigern sie sich die Miete zu zahlen, würden sie auf die Strasse gesetzt. Laut dem Sprecher der Genfer Beratungsstelle «Aspasie» Michel Félix de Vidas kann die Gewerkschaft den Frauen die nötige Anonymität bieten, um sich gegen Diskriminierungen zu wehren.
«Sexarbeit ist auch Arbeit»
Dieser Meinung ist man auch beim Gewerkschaftsbund SGB, weshalb man sogar einem Beitritt der STTS zum SGB «offen gegenübersteht». So könnte die neue Gewerkschaft denn auch in der Deutschschweiz Schule machen.
Beratungsstellen für Frauen im Sexgewerbe aus Zürich, Olten und Bern begrüssen den Schritt. So auch Stéphanie Berger, Vizepräsidentin von Xenia Bern: «Sexarbeit ist auch Arbeit. Die Gründung einer Gewerkschaft ist eine tolle Idee und ich werde sie in der nächsten Vereinssitzung einbringen.»