Schweizer decken sich mit Waffen ein

Aktualisiert

«Verunsicherung»Schweizer decken sich mit Waffen ein

Die Zahl der Waffenbesitzer nimmt in der Schweiz laufend zu. 20 Minuten hat sich an einer Waffenbörse umgesehen und umgehört.

Roland Schäfli
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Roland Schäfli

An der Waffenbörse Lausanne deckt die Schweiz sich ein: Treiber ist eine Verunsicherung. (Video: Roland Schäfli)

Die Zahl der Waffenbesitzer hat in den vergangenen fünf Jahren in der Schweiz deutlich zugenommen. Und es werden jedes Jahr mehr: Gerade in urbanen Zentren steigt die Anzahl der Gesuche für einen Waffenerwerbsschein überproportional.

Beispiel Zürich: Hier zeigt die Tendenz deutlich nach oben. 2010 wurden 385 Gesuche bewilligt. 2013 waren es schon 522 legale Waffenkäufe, ein Jahr später 596. Bis Ende November 2015 hatten bereits über 700 Personen ein Gesuch für einen Waffenerwerbsschein eingereicht.

Parallel dazu wächst auch die Zahl der abgelehnten Gesuche: dieses Jahr waren es bislang total 52 Fälle, 46 weitere befanden sich noch in Bearbeitung.

In Winterthur und Basel sieht es ähnlich aus

Auch Winterthur weist eine deutliche Tendenz nach oben auf: Dieses Jahr gingen (Stand 1. Dezember) 317 Gesuche ein, im Vorjahr waren es noch 278, und 2013 wurden 234 Gesuchsteller registriert. Jeweils rund 10 Prozent der Gesuche beantworteten die Behörden abschlägig – auch die Zahl der Ablehnungen wächst proportional zu den Gesuchen.

In Winterthur führen Händler das zunehmende Bedürfnis nach Bewaffnung auf die Bevölkerungszunahme zurück: mehr Menschen, mehr Waffenbegeisterte.

Zum Vergleich: In Basel-Stadt wurden 2013 noch 390 Gesuche bewilligt, 2014 wurden 401 und dieses Jahr schon 423 bewilligt. Die Zahl der Ablehnungen hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt.

Das deutet darauf hin, dass manche Gesuche nicht von unbescholtenen Sportschützen eingereicht werden. Doch was genau sind die Gründe für die markante Zunahme? 20 Minuten besuchte die Waffenbörse in Lausanne und sprach mit Waffenhändlern und -käufern (siehe Video oben).

Waffenhändler sehen «allgemeine Verunsicherung»

Daniel Wyss, Präsident des Schweizerischen Büchsenmacherverbands (SBV), erklärt sich das neue Interesse mit der allgemeinen Unsicherheit, die seines Erachtens «von Terroranschlägen und der Flüchtlingswelle» herrührt.

Auch Verbandskollege Hans Hofmann, Inhaber von Swiss Firearms Trade, erklärt sich die Zunahme mit der «allgemeinen Verunsicherung». Die Waffenhändler raten jedoch jedem Interessenten vom Kauf ab, der nicht an der Waffe ausgebildet ist.

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