Germanwings-AbsturzShitstorm gegen Girod wegen Flugzeug-Tweet
Ein Tweet des grünen Nationalrats Bastien Girod zum Germanwings-Absturz sorgt für rote Köpfe. Er selbst weist die Vorwürfe zurück.
«Mutwilliger Flugzeugabsturz: Schockierend. Auch weil CH-AKWs nicht sicher wären gegen gezielten Absturz eines Flugzeugs.» Dieser Tweet des Grünen Nationalrats Bastien Girod sorgt auf Twitter für heftige Diskussionen. Mehrere User werfen dem Ständeratskandidaten Girod vor, aus dem Flugzeugunglück politisches Kapital schlagen zu wollen.
Kritik hagelte es vor allem aus dem bürgerlichen Lager. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen etwa schreibt: «Pietätlos, einfach voll daneben, Bastien!»
Der Vizepräsident der BDP Kanton Aargau, Philippe Tschopp, kommentierte Girods Aussage mit: «Ein absoluter Fail.» Andere finden den Tweet einfach nur «bescheuert».
«Hätte ich nicht von ihm erwartet»
Auch aus den eigenen Reihen wurden kritische Stimmen laut. Ein Atomgegner schrieb etwa: «Ich bin auch für den Atomausstieg, aber ein Unglück dafür zu instrumentalisieren hätte ich von Ihnen nicht erwartet.»
Andere wiederum stellen Girods Aussage grundsätzlich in Frage. Ein Kommentator schreibt etwa: «Nicht nur pietätlos, sondern auch noch eine dreiste grüne Lüge: Schweizer AKWs sind gegen Flugzeugcrashs geschützt.»
«Auf Gefahren hinzuweisen, ist Aufgabe der Politik»
Girod selber hat wenig Verständnis für die Kritik an seinem Tweet: «Es ist eine logische Überlegung. Es verwundert mich, dass noch kein Politiker oder Journalist die Thematik aufgenommen hat.» Atomkraftwerke seien einfach nicht genügend gegen einen Flugzeugabsturz gesichert und es sei auch nicht das erste Mal, dass ein Flugzeug entführt werde. «Deshalb ist es Aufgabe der Politik, auf solche Gefahren hinzuweisen.»
Mit Wasserfallens Kommentar ist Girod nicht einverstanden: «Es ist viel pietätloser, wenn man die Augen vor den Gefahren der AKWs verschliesst.» Dass Wasserfallen so reagiere, überrasche ihn aber nicht, weil dieser ein Atomenergie-Befürworter sei: «Für Wasserfallen und seine Partei ist es ja ein sehr unbequemes Thema.»
Eigentlich freue ihn aber die Diskussion rund um seinen Tweet: «Dass man Dinge ansprechen kann, die einen beschäftigen, ist ja der Sinn von Social Media.» Dazu gehöre halt auch, dass man ihm mangelndes Einfühlungsvermögen vorwerfe: «Solange nichts mit unseren AKWs passiert, bin ich der Pietätlose. Wenn aber tatsächlich ein Unglück geschehen würde, wären dieselben Leute die Betroffenen.»