ArbeitsgesetzStillen am Arbeitsplatz wird ab Juni bezahlt
Bis zu 90 Minuten Stillzeit während der Arbeit werden ab Sommer entlöhnt. Der Bundesrat hat eine entsprechende Verordnung zum Arbeitsgesetz verabschiedet.

Eine Mutter stillt ihre drei Monate alte Tochter.
Stillen am Arbeitsplatz gilt künftig als bezahlte Arbeitszeit: Arbeitgeber müssen Frauen ab dem 1. Juni für die Zeit entlöhnen, die sie für das Stillen benötigen. Der Bundesrat hat am Mittwoch eine revidierte Verordnung zum Arbeitsgesetz verabschiedet und auf diesen Zeitpunkt in Kraft gesetzt.
In der Verordnung ist geregelt, wie viel Stillzeit im ersten Lebensjahr des Kindes als bezahlte Arbeitszeit angerechnet werden muss. Bei einer täglichen Arbeitszeit von bis zu 4 Stunden sind es mindestens 30 Minuten, bei mehr als 4 Stunden mindestens 60 Minuten und bei mehr als 7 Stunden mindestens 90 Minuten.
Bisher wurde für die Anrechenbarkeit der Stillzeit als Arbeitszeit zwischen Stillen im Betrieb und ausserhalb des Betriebs unterschieden. Diese Unterscheidung wird nun aufgehoben, wie das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) schreibt.
Die Änderung der Verordnung steht in Zusammenhang mit dem Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über den Mutterschutz, welches das Parlament genehmigt hat. Der Bundesrat kann nun das Übereinkommen ratifizieren. Abgesehen von der Entlöhnung der Stillzeiten entspricht die Schweizer Gesetzgebung den Anforderungen. (sda)