Tausende Privat-Drohnen am Schweizer Himmel

Aktualisiert

Verkäufe explodierenTausende Privat-Drohnen am Schweizer Himmel

Mehrere tausend Drohnen haben Schweizer Händler seit Anfang Jahr verkauft. Nun fordern Politiker verbindliche Regeln zum Schutz von Luftraum und Persönlichkeitsrechten.

Samuel Hufschmid
von
Samuel Hufschmid

Mindestens 2100 Exemplare des GPS-Quadcopters «DJI Phantom» sind in der Schweiz seit Jahresbeginn über den Ladentisch gegangen. Das mit einem Trägersystem für hochauflösende Kameras ausgestattete Hightech-Fluggerät kann dank eingebauter Satellitennavigation auch von Anfängern geflogen werden.

«Die Phantom ist ein absoluter Verkaufsschlager», bestätigt Patrick Kobel vom Onlinehändler futuretrends.ch. Technisch gesehen sei die Drohne ein Quantensprung, sogar die Steuerung per Videobrille sei möglich, schwärmt Kobel. Andere Importeure sind ähnlich begeistert: «Der DJI-Multicopter entwickelt sich zu einem richtigen Sommertrend», so Bruno Torghele von aerodron.ch. Mindestens 1000 Stück der 750 Franken teuren Drohne habe er seit Jahresbeginn verkauft.

Datenschützer: «Es braucht Gesetzesanpassungen»

Die Drohnen mit ihren hochauflösenden Videokameras rufen den Datenschützer auf den Plan. «Es braucht Anpassungen im Gesetz, damit der Schutz der Privatsphäre besser gewährleistet werden kann», sagt Sprecherin Eliane Schmid. Allerdings sei unklar, wie der Einsatz von privaten Drohnen kontrolliert werden soll.

Gemäss Bundesamt für Zivilluftfahrt sind derzeit lediglich Flüge mit ferngesteuerten Fluggeräten über 30 Kilogramm bewilligungspflichtig. Verboten ist einzig der Betrieb von Minidrohnen ohne direkten Sichtkontakt oder in der Nähe von Flughäfen.

Bundesrat ist gefordert

FDP-Nationalrat Kurt Fluri sieht Handlungsbedarf. «Der Bundesrat muss klären, wer für solche Drohnen zuständig ist», sagt Fluri. Als Mitglied der zuständigen Verkehrskommission werde er am Donnerstag über eine entsprechende Anfrage abstimmen lassen. «Mir geht es sowohl um den Persönlichkeitsschutz als auch um die Sicherheit des Luftraums.»

Tatsächlich kam es Anfang Juni beim Flughafen Bern Belp zu einem Zwischenfall mit einem ferngesteuerten Fluggerät, wie die Berner Kantonspolizei auf Anfrage bestätigt. Die Polizei sei von der Flugsicherung Skyguide aufgeboten worden, habe aber den Piloten nicht mehr vorgefunden.

Deine Meinung zählt