Ungarn sammelt «Schweizer» Dirnen ein

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ProstituierteUngarn sammelt «Schweizer» Dirnen ein

Ungarn plant ein Auffangzentrum für minderjährige Prostituierte, die in der Schweiz gearbeitet haben.

Zora Schaad
von
Zora Schaad
Ungarns Staatsminister Zoltan Balog fordert Hilfe von der Schweiz. (N. Pitaro)

Ungarns Staatsminister Zoltan Balog fordert Hilfe von der Schweiz. (N. Pitaro)

Sie sind blutjung, wurden häufig sexuell ausgebeutet und stehen am Rand der Gesellschaft: Der Wiedereinstieg für minderjährige Prostituierte in ein normales Leben ist nicht einfach. Um junge Frauen, die in der Schweiz als Prostituierte gearbeitet haben, bei der Rückkehr zu unterstützen, plant Ungarn deshalb den Bau eines Auffangzentrums.

«Tausende junge Frauen und Mädchen brauchen unsere Hilfe. Wenn sie aus der Schweiz nach Un­garn zurückkehren, benötigen sie eine sichere Unterkunft, psychologische Betreuung, eine Umschulung und manchmal sogar Polizeischutz vor den Menschenhändlern», sagt der ungarische Staatsminister Zoltan Balog. «Es ist uns nicht gleichgültig, wie es diesen Frauen geht.»

Die Schweiz trage eine Mitverantwortung für diese Schicksale: «Dass sich 16-jährige Mädchen in der Schweiz prostituieren dürfen, ist eine Schande», so Balog weiter. Der Politiker hofft, dass sich die Schweiz am Aufbau des Auffangzentrums beteiligt. «Ein symbolischer Beitrag an den Kosten oder ein Austausch von Fachkräften wäre wünschenswert.»

Nationalrätin Pascale Bruderer teilt die Empörung: «Ich finde es inakzeptabel, dass die Schweiz in einer so wichtigen Frage hinter den meisten europäischen Staaten herhinkt.» Sie zeigt sich erfreut darüber, dass Bundesrätin Simonetta Sommaruga mit einer Anpassung der Strafnorm bezahlte sexuelle Kontakte mit Minderjährigen unter Strafe stellen will, und setzt sich für eine rasche Umsetzung ein.

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